Die spinnen, die Römer!

Nein, es sind nicht Asterix, Obelix und Co, die sich ab Dezember an der Volksoper Wien wieder einmal über das seltsame Verhalten ihrer "Lieblingsfeinde", der Römer, wundern. Sie heißen Senex, Domina, Hero und Pseudolus und zählen zum nicht minder amüsanten Personal der Farce "Die spinnen, die Römer".

Das Stück (Original: A Funny Thing Happened on the Way to the Forum) ist eines der irrwitzigsten, komischsten und erfolgreichsten Musicals aus der Feder von Stephen Sondheim. Am 17. Dezember 2011 hat es in der Regie des Volksopern-Debütanten Werner Sobotka und in der Choreographie von Ramesh Nair Premiere im Haus am Währinger Gürtel Premiere.

Menschliches, allzu Menschliches

Es waren die 21 überlieferten Komödien des Titus Maccius Plautus (251 – 184 v. Chr.), die zu diesem Musicalstoff inspirierten. Plautus gilt als "Vater der Komödiantik" und war der erste römische Autor, der die Komödie aus göttlichen Sphären auf die Erde brachte und sie um allzu menschliche Prototypen herum konstruierte: der gerissene Sklave, der liebeskranke Jüngling, der skrupellose Geschäftsmann, der anderweitig interessierte Ehegatte samt dominanter Gattin, der aufgeblasene Offizier. Er bettete diese Charaktere in ein Netz aus Missverständnissen, Täuschung, Verkleidung, Verstellung und überraschenden Wendungen in letzter Minute.

2.230 Jahre später wussten auch die beiden erfahrenen Komödienschreiber Burt Shevelove und Larry Gelbart, dass das Vergnügen des Publikums angesichts menschlicher Schwächen zeitlos ist, und legten Stephen Sondheim eine Story vor, über die dieser schwärmte: "Die straffste, am klügsten erzählte und am elegantesten geschriebene Farce, die mir je begegnet ist, ganz im Geiste von Feydeau und Molière."

Pseudolus, Domina und Hysterium

Mit "Die spinnen, die Römer!" zeigt die Volksoper nun zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Musical der lebenden Broadway-Legende Stephen Sondheim und besetzt dieses mit einem wahren Staraufgebot: Herbert Steinböck ist der lüsterne Senex, Dagmar Hellberg seine gestrenge Gattin Domina. Paul Schweinester gibt den wenig heldenhaften Spross Hero, der in die reizende Philia der Bettina Mönch verliebt ist. Der Kurtisanenhändler Marcus Lycus, dargestellt von Wolfgang Gratschmaier, der lautstarke Offizier Miles Gloriosus des Florian Spiess, und Boris Pfeifer als notorisch überforderter Sklave Hysterium sorgen ebenfalls für Turbulenzen in dieser Verwechslungskomödie.

Zentrale Figur aber ist der Sklave Pseudolus, "der Lügenreiche", der in der Person des singenden Vollblutkomödianten und Volksoperndirektors Robert Meyer Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um seine Freiheit zu erlangen. Ihnen allen legte Sondheim eine Fülle an charakteristischen Liedern von sprachlichem und musikalischem Witz in den Mund.

Sieben Tonys für Sandalenoper

Fast fünf Jahre tüftelten die Autoren an diesem komödiantischen Meisterwerk, dem man die Mühen seiner Schöpfer, das Feilen, das Hinzufügen und Weglassen nicht anmerkt. Sieben "Tonys" heimste die Broadway-Produktion, die am 9. Mai 1962 uraufgeführt wurde, ein, darunter "Bestes Musical", "Bestes Buch" (Shevelove und Gelbart), "Beste Regie" (George Abbott) und "Bester Hauptdarsteller" (Zero Mostel).

964 Vorstellungen en suite (also knapp drei Jahre Spieldauer) belohnten die Bemühungen um die irrwitzige "Sandalenoper", die mit Zero Mostel auch verfilmt wurde.

In Wien war das Stück 1992 am Wiener Graumanntheater zu sehen. Regie führte damals Werner Sobotka und dieser - Spezialist für minutiös getimte, packende Komödien - gibt nun mit "Die spinnen, die Römer!" sein Debüt an der Volksoper Wien. Musikalische Leitung: David Levi.

Ö1 Club Exklusiv

Am 11. Jänner 2012 ist eine Gruppe von Ö1 Club-Mitgliedern zu einer Hausführung, einem Einführungsgespräch mit Christoph Wagner-Trenkwitz sowie in die Vorstellung von "Die spinnen, die Römer!" eingeladen.

Anmeldungen dafür bitte schriftlich an den Ö1 Club, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien, per E-Mail, per Fax: (01) 501 70-372, oder im Ö1 Kalender. Bitte geben Sie an, ob Sie allein oder in Begleitung kommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden ausgelost und verständigt. Anmeldeschluss ist am 3. Jänner 2012

Service

Ö1 Club-Mitglieder bekommen an der Volksoper Wien ermäßigten Eintritt (zehn Prozent).

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