Kunst hat Recht

Mit dem Slogan "Kunst hat Recht" rufen Kunstschaffende aus Österreich nun zum Protest auf. Mehr als 2.000 Künstlerinnen und Künstler haben sich dieser Initiative für das Recht auf geistiges Eigentum bereits angeschlossen, darunter Valie Export, Hubert von Goisern, Karl-Markus Gauß und Willi Resetarits.

Grund für die Aktion sind erhebliche Einkommenseinbußen der Kunstschaffenden durch unbezahlte Musik- oder Filmdownloads aus dem Internet.

Kulturjournal, 26.01.2012

Kulturjournal, 26.01.2012

Diskussionsrunde mit Gerhard Ruiss, Schriftsteller, Musiker und Mitinitiator der Interessensgemeinschaft "Kunst hat Recht", sowie Felix Stalder, Medientheoretiker und Kulturwissenschaftler und Mitinitiator der Gegenaktion. Moderation: Wolfgang Popp

Die Kunst- und Kulturschaffenden geraten zunehmend unter Druck. Ihr Einkommensverlust ist mittlerweile existenzbedrohend. Und das, obwohl in Österreich so viel Musik, Film, Bild und Text konsumiert wird wie nie zuvor. Um dieses Paradoxon aufzulösen, haben sich nun Künstlerinnen und Künstler aus allen Sparten zusammengetan. Sie fordern ein zeitgemäßes Urheberrecht.

"Wir Künstler haben das Recht, über die Verwendung unserer Werke selbst zu bestimmen", sagt der Musiker Christof Straub und fordert auch in der "digitalen Welt" faire Entlohnung. "So wie jetzt kann es nicht weitergehen."

Adaptierung des Urheberrechts gefordert

Auch im Bereich Film gibt es aufgrund von Raubkopien einen erheblichen Verlust zu verzeichnen, wie der Spielfilmproduzent Danny Krausz berichtet: "Wir haben schon 2005 allein in Österreich rund 17 Mio. Verluste durch Piraterie erleiden dürfen, und wir sind heute an einem Punkt angelangt, wo es unübersehbar notwendig geworden ist, hier gesetzliche Veränderungen herbeizuführen."

Die Initiative "Kunst hat Recht" macht sich auch für die Einsetzung einer Regierungskommission stark. Diese soll sich explizit mit dem Thema Urheberrecht beschäftigen. Sie wolle zwar, dass das Internet bleibt, sagt die Schauspielerin Mercedes Echerer, "aber wir möchten das, was ein Recht ist, für uns Kunstschaffende auch mitadaptieren und nicht nur einfach liegen gelassen bleiben" und keiner kriege das Geld, das ihm zustehe.

Neben der Adaptierung des Urheberrechts fordern die Künstlerinnen und Künstler auch ein Bekenntnis zur Festplattenabgabe. Diese soll einen Ausgleich für Privatkopien bringen. Den allgemeinen Trend zur "Gratiskultur" wollen die österreichischen Kunstschaffenden nicht weiter hinnehmen. Sie fordern für sich als Urheber eine faire Entlohnung.

Textfassung: Ruth Halle

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