Ärztevertreter Dorner zieht sich zurück

Der derzeitige Präsident Walter Dorner will nicht mehr für die Wiener Ärztekammer kandidieren und kann damit auch nicht mehr Österreichischer Ärztekammer-Präsident werden. In Wien soll Dorners bisheriger Vize Johnnes Steinhart nachfolgen. Er gilt als Hardliner in der Wiener Ärztekammer. Die österreichweite Nachfolge ist noch offen.

Mittagsjournal, 9.2.2012

Gesundheitliche Gründe

Der Rückzug Dorners kommt etwas überraschend. Denn bis vor kurzem hat er in kleinem Kreis immer wieder gesagt, er wolle noch einmal für das Amt des Präsidenten kandidieren. Jetzt erklärt der 69-Jährige sein Ausscheiden mit privaten Gründen, vor allem gesundheitlichen. "Ich will nicht, dass man dann sagt, den müssen wir aus der Kammer hinaustragen."

Nachfolger "kann kämpfen"

Neuer Präsident der Wiener Ärztekammer soll sein Stellverteter Johannes Steinhart werden, sagt Dorner, "weil er den Überblick hat, weil er kämpfen kann, weil er weiß wie es im Spital zugeht, wie es mit den Jungen ist und auch die Probleme der Ordinationen kennt, und die Verhandlungen mit den Kassen." Johannes Steinhart ist bisher als scharfzüngiger Hardliner aufgefallen, vor allem gegen die eCard oder die geplante elektronische Gesundheitsakte. Aber auch Walter Dorner hatte früher das Image des polternden aber pragmatischen Standesvertreters. Ob Johannes Steinhard auch österreichischer Ärztekammer-Präsident werden könnte, ist offen. Da gibt es wohl auch Interesse der Ärztekammern in Oberösterreich, Tirol oder der Steiermark.

Folgen für Gesundheitsreform?

Der Wechsel an der Spitze der Ärztekammer könnte jedenfalls Auswirkungen auf eine Reform des Gesundheitssystems haben. Zumindest meldet sich die Kammer immer wieder kritisch und lautstark zu Wort, etwa mit langen Widerständen gegen die eCard und massiven Bedenken gegen die geplante elektronische Gesundheitsakte. Und auch bei der beabsichtigten Gesundheits- und Spitalsreform pflegt man keine noble Zurückhaltung.

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