Streit um Wiener Deserteursdenkmal

Deserteure, die im Zweiten Weltkrieg aus der Deutschen Wehrmacht geflüchtet sind, sind in Österreich seit zwei Jahren als Opfer des Nazi-Regimes anerkannt. Die Urteile wurden aufgehoben. Jetzt gibt es Streit, ob Deserteure in Wien ein Denkmal bekommen sollen. Kameradschaftsbund und Kriegsveteranen-Vertreter protestieren. Stadt Wien und Verteidigungsministerium halten an dem Plan fest.

Abendjournal, 7.3.2012

Pläne in Wien und Bregenz

Im Jahr 2009 wurden Wehrmachtsdeserteure als Opfer der Nationalsozialisten anerkannt und rehabilitiert. In Deutschland geschah das schon früher, dort gibt es 30 Gedenkstätten im ganzen Land. In Österreich gibt es Pläne hierfür in Wien und in Bregenz.

Kameradschaftsbund dagegen

Ludwig Bieringer vom Kameradschaftsbund protestiert nun gegen ein Denkmal für Deserteure auf -wie er betont- Kosten der Steuerzahler. Desertion sei in allen Rechtsstaaten ein Strafdelikt, und ein Denkmal eine Desavouierung gefallener Soldaten.

SPÖ, Grüne und Wien dafür

Verteidigungsminister Norbert Darabos - der ein Denkmal unterstützt - sieht in diesen Aussagen eine Verharmlosung des Nazi-Regimes: die Desertion im Dritten Reich sei nicht mit jener in rechtsstaatlichen Demokratien zu vergleichen.

Ähnlich der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser. Von der rot-grünen Stadtregierung in Wien heißt es, man halte an den Plänen für ein Deserteurs-Denkmal fest.