Jasmina Eleta, Regie und Drehbuch

Vom Textil-Design wechselte sie zum Film: Jasmina Eleta, Jahrgang 1975, die an der Filmakademie Wien Regie und Drehbuch studiert. 2010 wurde die Schweizerin für ihr Drehbuch zum Kurzspielfilm "Fern und Nah" mit dem Thomas Pluch Förderpreis ausgezeichnet. Heuer war die ambitionierte Filmerin Jurorin bei "Diverse Geschichten III".

"Ich habe immer sehr gerne Filme geschaut, und dieses Interesse hat sich im letzten Jahr meines Textildesign-Studiums noch intensiviert. Nach meinem Diplom habe ich dann begonnen, Schnitt- und Drehbuch-Kurse zu besuchen.

Bei einem dieser Kurse musste man einen ganzen Film gestalten. Damals hat es mich gepackt und ich wusste: ich will richtig lernen, wie man Filme macht", berichtet Jasmina Eleta, gebürtige Schweizerin aus Zürich, Jahrgang 1975, über ihren Beginn.

Seit Herbst 2004 absolviert sie an der Wiener Filmakademie ein Regie- und Drehbuchstudium bei Michael Haneke und Götz Spielmann. Ihren Bachelor hat sie vor kurzem gemacht, abschließen wird sie 2014.

Nach der Matura an der Kantonsschule Wiedikon begann sie 1995 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich mit dem Studium und schloss 2000 mit dem Diplom als Textilgestalterin ab.

Ausgewählt für die Ö1 Talentebörse wurde Jasmina Eleta von ihren Professoren der Filmakademie aufgrund ihrer kontinuierlich positiven Entwicklung in ihren beiden Studien-Bereichen.

Durch Design-Praktikum nach Wien

Nach Wien kam die junge Filmemacherin 1999 durch ein Design-Praktikum in einem Atelier. In der Folge entschloss sie sich, das Studium an der Filmakademie zu machen.

"Das Textil-Design ist nun Broterwerb, der Film meine Herzensangelegenheit", erklärt Jasmina Eleta, die im Bereich Raumausstattung tätig ist und damit ihr Studium finanziert.

Ein komplexes Medium

"Der Film ist ein sehr komplexes Medium, wo man auf vielen Ebenen etwas gestalten und eine ganze Welt erschaffen kann, die gleichzeitig auf die Emotion wirkt und auch eine geistige Ebene hat", so Eleta über ihren künstlerischen Zugang.

Migration im Fokus

"Bisher waren es in meinen Filmen immer Geschichten, die mit Migration zu tun haben, mit verschiedenen Kulturen, die zusammenkommen und aus der Reibung, die daraus entsteht."

Seit 2003 hat Jasmina Eleta bereits zahlreiche Filme produziert, darunter die Kurzspielfilme "Rahima - Eine Reise" (2003), "Valse" (2006), sowie "Am Heimweg" (2008).

Im Rahmen des "Wiener Wortstaetten"-Projekts "Mein Wien" schreib sie das Theaterstück "Gute Besserung" (2008/09).

Pluch Förderpreis für "Fern und Nah"

Zu einer ihrer wichtigsten Arbeiten zählt der 35-minütige Kurzspielfilm "Fern und Nah", der 2010 entstand und bei dem sie für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnete:

"Es war mein bisher längster und ausgereiftester Spielfilm. Darin geht es um zwei parallele Familiengeschichten. Die Protagonisten sind der indische Zeitungszusteller Amrik und sein österreichischer Arbeitgeber Haschka. Ihre Wege kreuzen sich zwar, aber sie begegnen einander nie.

Mit der Nachricht vom Tod seiner Mutter in Indien beginnt für den Zeitungszusteller eine Kette von Rückschlägen. Sein harter Kampf, in Europa Fuss zu fassen, scheint verloren. Haschka lässt seine Mutter von einer Slowakin pflegen. Bis zum Tod der Mutter entsteht eine Nähe zwischen beiden Frauen, zu der ihr Sohn nicht fähig ist."

Und für das Drehbuch zu diesem Film wurde Eleta 2010 mit dem Thomas Pluch Förderpreis ausgezeichnet.

"Fern und Nah" wurde 2011 beim "Ljubljana International Short Film Festival" gezeigt und mit der "Goldenen Medaille des "39. Festivals der Nationen" in Ebensee ausgezeichnet.

Dok-Film "Wiens Kultursöldner"

Ein weiteres wichtiges Projekt ist Eletas "Wiens Kultursöldner", ihr bisher einziger Dokumentarfilm aus dem Jahr 2007, bei dem sie Regie, Schnitt und Produktion machte.

"Die Doku handelt von jenen jungen Männern, die in der Wiener Innenstadt in Mozart-Kostümen Konzert-Karten verkaufen. Etwa die Hälfte von ihnen kommt aus dem Kosovo, der Rest stammt vom Balkan bis Nordafrika. Es sind nur ganz wenige Österreicher dabei.

Die Idee zu diesem Film entstand durch einen Freund, der auch diesen Job hatte. Ich fand es lustig, dass Nicht-Österreicher anderen Nicht-Österreichern heimische Kultur verkaufen und erklären."

Auszeichnungen

Die Projekte der Jungfilmerin wurden mehrfach gewürdigt:

Ihr Drehbuch für "Fern und Nah" war für den "spec-script-Award 2008" der Drehbuchwerkstatt Salzburg nominiert, weiters war sie Autorin der Saison 2008/09 der "Wiener Wortstaetten".

Drehbuch-Workshops

Eleta hat auch an wichtigen Drehbuch-Workshops teilgenommen:

Darunter am "ScriptLAB" des Drehbuchforums Wien (2009), beim "Babylon Europe Workshop" in Rotterdam und Cannes, sowie bei "Diverse Geschichten" des Wiener "Witcraft Szenario" (beide 2010).

Jurorin bei "Diverse Geschichten III"

Heuer war Eleta als Jurorin bei der Auswahl der Projekte für "Diverse Geschichten III" von "Witcraft Szenario" tätig.

Als Filmemacherin reüssieren

Derzeit plant die Filmerin einen Kurzfilm und schreibt an einem neuen Drehbuch.

Wie lauten ihre Zukunftswünsche? "Ich will als Filmemacherin tätig sein. Ob dies als Regisseurin oder Drehbuchautorin sein wird, habe ich noch nicht entschieden. Jedenfalls möchte ich einen Langspielfilm als Regisseurin und Drehbuchautorin umsetzen, wie ich ihn mir vorstelle", so Jasmina Eleta.