Syrische Botschafter ausgewiesen

Nach dem Massaker von Hula mit insgesamt 108 Toten wächst die Empörung über das syrische Regime. Aus Protest wollen mehrere EU-Länder sowie Australien syrische Diplomaten des Landes verweisen.

Abendjournal, 29.5.2012

Hollande: Kein Alleingang

Es sind die schärfsten diplomatischen Maßnahmen, mit denen zahlreiche Staaten weltweit den Druck auf das syrische Regime erhöhen wollen. Unter dem Eindruck des Blutbades von Hula verweisen sie den jeweiligen syrischen Botschafter des Landes. Das ist kein Alleingang, erklärt der neue französische Präsident François Hollande, er habe sich mit seinen Partnern in der internationalen Gemeinschaft abgesprochen: Wir haben über mehrere Möglichkeiten gesprochen dazu gehört auch die Ausweisung der syrischen Botschafterin aus Paris, so Hollande.

Auch London und Berlin folgen

Wenig später tritt auch der britische Außenminister William Hague vor die Presse. Haque teilt mit, dass man dem syrischen Geschäftsträger in London sieben Tage Zeit gegeben habe, um nach Damaskus zurückzukehren und dass gemeinsam mit ihm weitere syrische Diplomaten das Land verlassen müssen.

Auch Deutschland weist den syrischen Botschafter aus. Die USA und Kanada werden folgen.

Österreich die Hände gebunden

Österreich kann sich dieser Aktion nicht anschließen, weil der syrische Botschafter in Wien in Personalunion auch als Botschafter bei den Vereinten Nationen fungiert. Allerdings ist der syrische Diplomat für morgen Vormittag ins Außenministerium zitiert worden, um wegen des Massakers von Hula mit dem schärfsten Protest konfrontiert zu werden.