Zentralmatura um ein Jahr verschoben

Bildungsministerin Claudia Schmied verteidigt ihre Entscheidung, die Zentralmatura um ein Jahr zu verschieben. Ursprünglich war geplant, ab dem Schuljahr 2013/2014 eine einheitliche, vergleichbare Maturaprüfung einzuführen. Nach Kritik von Lehrern, Eltern und Schülern wird die Zentralmatura ein Jahr später eingeführt.

Morgenjournal, 5.6.2012

"Zeit geben" bei Bedenken

An den Gymnasien muss es die zentrale Matura nun ab dem Schuljahr 2014/2015 geben, an den berufsbildenden Höheren Schulen ein Jahr später. Genauso eine Verzögerung hat Unterrichtsminister Claudia Schmied stets ausgeschlossen - bis sie den Aufschub gemeinsam mit dem ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon verkündet hat.

In der Zeit im Bild 2 erklärt die Ministerin ihren Schwenk damit, dass sie viele Gespräche unter anderem mit den Landesschulratspräsidenten, aber auch mit Schulpartnern geführt habe und noch einmal Revue passieren habe lassen, auch was ihre Gespräche in den Bundesländern ergeben haben. Schließlich sei sie gemeinsam mit Werner Amon gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass es wohl gut sei, wenn Eltern, Schüler und Lehrer derartige Bedenken haben, den Schulstandorten, die noch etwas Zeit brauchen, diese Zeit auch zu geben.

Längere Vorbereitung ist "ein gangbarer Weg"

Die Ministerin bestreitet, dass die Verschiebung an schlechter Vorbereitung auf die Zentralmatura liege. "Die Meinung teile ich dezidiert nicht," sagt Schmied in der ZIB2. Kein Unternehmen würde ein Innovationsprojekt gegen die Kunden durchziehen und da erscheine ihr das eine Jahr länger Vorbereitung ein gangbarer Weg. Schmied will weiter an der Umsetzung der Zentralmatura arbeiten.

Lehrerdienstrecht im Herbst im Parlament

Die Zentralmatura ist nur ein Teil der Bildungsreformen, die sich Schmied zum Ziel gesetzt hat. Auch die neuen Bildungsstandards, die Lehrerausbildung und das Lehrerdienstrecht gehören dazu. Auch das zieht sich seit Jahren - die nächsten Verhandlungen mit der Lehrergewerkschaft sind nächste Woche.

Schmied betont, dass zum Abschluss von Verhandlungen beide Seiten gehören und sie hält fest, dass ihr attraktive Einstiegsgehälter und gute Arbeitsbedingungen wichtig seien. "An diesem Projekt will ich hartnäckig festhalten," so die Ministerin. Im Herbst jedenfalls will Schmied das neue Lehrerdienstrecht im Parlament sehen.