Viennale: "Das Leben des Wilhelm Reich"

In Antonin Svobodas bejubeltem Film „The strange case of Wilhelm Reich“ spielt Klaus Maria Brandauer den Arzt und Forscher Wilhelm Reich, der einst aus dem Wien Freuds auszog, um seine Theorien von Sexualität und Lebensenergie zu entwickeln. Nachdem er als Jude aus Europa emigrieren musste, seine Schriften von den Nazis verbrannt wurden, wurde er im Amerika der McCarthy-Ära noch einmal zur Zerstörung seiner Arbeit gezwungen und starb im Gefängnis.

Morgenjournal, 29.10.2012

Im bis zum letzten Platz ausverkauften Gartenbaukino war es bis zu den letzten Titeln des Abspanns mucksmäuschenstill gewesen, bis die hörbare Betroffenheit über dem Film einer Freude über seine schiere Existenz wich.

Denn darüber waren sich viele einig, dass der österreichische Filmregisseur einen hochspannenden Stoff aufgegriffen hatte und sich mit großer Sachkenntnis und Einfühlungsvermögen diesen angeeignet hat, ohne in Pathos oder Kitsch zu verfallen.

Jubel, auch für die Darsteller

Jubel gab es naturgemäß für Klaus Maria Brandauer, der den späten, vereinsamtem Wilhelm Reich spielt, der von den Institutionen in Amerika in die Ecke getrieben wird, für verrückt erklärt wird und ins Gefängnis gesperrt wird, wo er stirbt.

An der Seite von Brandauer spielt Birgit Minichmayr ein doppeltes Spiel, die gestern im Gartenbau Kino fehlte, dafür war Julia Jentsch da, die Reichs Tochter Eva überzeugend verkörpert und viele andere Darsteller.

Ende des Jahres im Kino

Regisseur Antonin Svoboda hat schon einen Dokumentarfilm über Reich gemacht, ihn fasziniert Person und Lehre

Reich, Brandauer - Fans und all jene Menschen, die sich einfach nur für einen gelungenen österreichischen Film interessieren, der internationales Potential hat, müssen sich noch bis Ende des Jahres gedulden. Da soll nämlich "The strange case of Wilhelm Reich" bei uns regulär in den Kinos anlaufen.

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