Nejc Kuhar, Gitarre und Komposition

"Ich bin ein großer Fan von klassischer Musik und möchte sowohl als Gitarrist als auch als Komponist gut und erfolgreich werden. Ich kombiniere diese zwei musikalischen Tätigkeiten auch miteinander", erzählt der junge Slowene Nejc Kuhar.

Nejc Kuhar

Geboren:
1987 in Ljubljana, Slowenien

Aktuelles Studium:
Gitarre bei Prof. Alvaro Pierri, Univerität für Musik und darstellende Kunst Wien
Komposition bei Prof. Reiner Bischof und Christian Minkowitsch, Konservatorium Wien, Privatuniversität

Mein größter Erfolg:
Meine Kompositionen sind in einem großen und weltbekannten Gitarren-Verlag in Kanada verlegt worden (Les Production d’OZ)

(c) privat

Was ist Kunst?

Das ist eine sehr schwierige, fast unmögliche Frage! Obwohl ich Philosophie und Definitionen mag, bin ich der Meinung, dass manche Wörter oder Begriffe keine Definition brauchen. Der Zweck der Kunst ist es, einem Material eigene abstrakte Gefühle oder (Welt)Vorstellungen einzuprägen. Die Kunst ist viel mehr als nur Unterhaltung und soll auch ein geistigen Inhalt haben, womit ich allerdings nicht die Relgion meine.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich komme aus keiner Musikerfamilie (beide Eltern sind Psychologen), zur klassischen Musik bin ich sehr spät gekommen. Ersten Kontakt mit der Gitarre hatte ich aufgrund meines Kindheit-Idols Adi Smolar (einem bekannten slowenische Singer-Songwriter); ich habe nur seine Songs gespielt und gesungen. Mit 14 Jahren entschied ich mich für die ‚klassische’ Gitarre, mit 16 fing ich an die Musik beim Spielen tief zu fühlen, und endlich, mit 17 (nachdem ich Vivaldis "Vier Jahreszeiten" und Rachmaninoffs 2. Klavierkonzert gehört hatte) war ich in klassische Musik verliebt. Wie gesagt, ich bin spät dazu gekommen. Aber dieser langsame Weg war perfekt für meine Entwicklung und ohne ihn hätte ich mein heutiges Niveau nicht erreichen können.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Darüber habe ich zwei Meinungen: Für mich kommt die Kunst sicher von wollen. Aber für die Menschheit kommen sicher alle drei Begriffe in Frage.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Als Gitarrist und Komponist wünsche ich mir natürlich in guten und bekannten Sälen und bei Festivals oder Zyklen auftreten zu können UND dass meine Musik gespielt wird.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ich arbeite schon mit einem sehr gutem jungen Gitarristen, Mak Grgić, zusammen und ich wünsche mir auch eine weitere Kollaboration. Als Gitarrenduo und als Gitarrist-Komponist Formation Wir haben zusammen unsere Debut CD „String Modulation“ gemacht, auf der er meine Kompositionen spielt. In Zukunft wünsche ich mir natürlich noch mit anderen guten Instrumentalisten und Dirigenten zusammenarbeiten zu können!

Wie viel Markt verträgt die Kunst und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Darüber habe ich eine ich eine klare Meinung: Man muss (oder soll) Kunst immer aus den "richtigen" Gründen machen, und damit meine ich sicher nicht das Geld, Popularität oder Weltruhm... Es ist sicher nicht falsch (sogar wünschenswert), dass der Künstler ein gutes und hochwertiges Produkt schafft und danach versucht dieses Produkt zu verkaufen. Falsch ist es, wenn man ein Produkt (nur) wegen des Geldes macht.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Wie viel Geld? :) Wenn ich schon alles, was ich brauche hätte, dann würde ich das Geld anderen Menschen geben: meiner Familie, Freunden oder auch Charity-Projekten spenden.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Als aktiver Gitarrist, Komponist und Professor (hoffentlich auch erfolgreicher).

Haben Sie einen Plan B?

Nicht wirklich. Ich habe das Gefühl, dass man mit einem Plan B nicht motiviert genug ist für Plan A! Ich bin aber offen und bereit für verschiedene Versionen von Plan A!

Wollen Sie die Welt verändern?

Als Mensch ja! Es gibt viele Dinge auf der Welt, die nicht gut sind und wenn ich einen Zauberstab hätte, würde ich die Welt zum Besseren verändern. Aber nicht mit der Musik! So drastisch bin ich nicht. Vielleicht schaffe ich es zumindest mit meinem Spielen oder mit meinen Kompositionen die Welt bisschen schöner zu machen...