Syrienkonferenz doch ohne Iran

Die zweite Syrien-Friedenskonferenz in der Schweiz kann beginnen - allerdings ohne den Iran. Nach heftiger Kritik lud UNO-Generalsekretär Ban den Iran von den am Mittwoch beginnenden Gesprächen aus. Die syrische Opposition sagte daraufhin ihre Teilnahme zu. Der "Guardian" und CNN berichteten unterdessen von Hinweisen auf systematische Folter von Gefangenen durch das Regime von Präsident Assad.

Warndreieck

Sicherheitsvorbereitungen vor dem Schweizer Tagungsort der Syrienkonferenz, dem Hotel Fairmont Le Montreux Palace in Montreux

(c) APA/EPA/ALINE STAUB

Morgenjournal, 21.1.2014

Fotos geprüft

Es sind 55.000 Bilder, die von systematischer Grausamkeit zeugen, sagt Stuart Hamilton, ein forensischer Pathologe, der die Bilder auf ihre Echtheit geprüft hat, gegenüber CNN: "Ich habe rund 1.500 Bilder von ungefähr 1300 Leichen gesehen, die zu Tode geprügelt, erwürgt worden sind, oder an Hunger gestorben sind. Das ist systematisch passiert: "Auf manchen Bildern sieht man Dutzende von Leichen, die Verletzungen am ganze Körper aufweisen. Das ist mit vielen Menschen geschehen."

Von Überläufer geschmuggelt

Aufgenommen hat die Fotos ein Überläufer der syrischen Militärpolizei. Seine Aufgabe sei es gewesen die Leichen zu fotografieren - einerseits um einen Beweis ihres Todes für deren Verwandte zu erbringen, andererseits als Überprüfung für jene, die die Tötungen angeordnet hatten. Der Informant unter dem Decknahmen "Caesar" habe die Fotos anschließend ins Ausland geschmuggelt. Überprüft wurden sie von einem Team unter der Leitung von drei international renommierten Rechtsanwälten, die maßgeblich an UN-Kriegsverbrechertribunalen zu Sierra Leone und Jugoslawien beteiligt waren.
Einer von Ihnen ist Goeffrey Nice. Er sagt: "Diese Belege können beweisen, dass organisierte Massentötungen von dem syrischen Regime angeordnet worden sind." Sollten die Fotos tatsächlich echt sein, wäre das die bisher grausamste Enthüllung im dreijährigen syrischen Bürgerkrieg.

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