Adams Apfel und Evas Erbe

Frauen können nicht einparken, Männer keine Gefühle zeigen. Männer schlagen zu, Frauen missbrauchen emotional. Wir alle kennen diese Vorurteile und kennen meist auch Fälle, die dem Klischee nicht entsprechen. Der renommierte Genomforscher Axel Meyer erklärt in seinem Buch "Adams Apfel und Evas Erbe" warum Frauen anders sind als Männer.

Kontext, 4.09.2015

An vielen Stellen hätte man dem Autor ein kritischeres Lektorat gewünscht. Axel Meyer plädiert dafür, naturwissenschaftliche Erkenntnisse für eine objektive Debatte heranzuziehen, und interpretiert diese wissenschaftlichen Ergebnisse doch selbst immer wieder unkommentiert wertend.

Axel Meyer hält offensichtlich nichts von Frauen-Quoten und Girls Days, die "Ideologie der Gender Studies" sind ihm ein besonderes Gräuel. Worin genau aber deren, wie er schreibt, "zersetzende Wirkung" bestehen soll, bleibt offen.

Von daher wäre es zu begrüßen, wenn für Kulturwissenschaftler im Grundstudium einige Semester Naturwissenschaften obligatorisch wären, auch für die Studenten der zahlreichen Gender-Lehrstühle.

Und umgekehrt, drängt es sich nach der Lektüre auf. Die naturwissenschaftlichen Ergebnisse sind oft vieldeutig interpretierbar. Daraus politische Programme abzuleiten, hat mit Naturwissenschaft nichts zu tun. Das zeigt, wenn auch unfreiwillig, gerade auch Axel Meyers Buch.

Service

Axel Meyer, "Adams Apfel und Evas Erbe: Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer", Bertelsmann Verlag