Rakete auf Schienen

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Die Besten des Kurzhörspielwettbewerbs Track 5'

Wir haben einen neuen Rekord! 121 Hörspiele wurden für den 14. Kurzhörspielwettbewerb Track 5' von Ö1 und der schule für dichtung eingereicht. In Teams oder ganz alleine haben Autorinnen und Autoren ihre Ideen hörbar gemacht. Im Rahmen der Ö1 Hörspiel-Gala wurden die besten Arbeiten prämiert. Ihre Ausstrahlung finden sie am 3. März im Programm von Ö1.

Höchstens fünf Minuten lang sollte das Stück sein, ein selbstaufgenommenes Geräusch und den Satz "Das ist kein Spiel" musste es beinhalten. Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben und freuen uns über so viel akustische Kreativität.

Das ist kein Spiel

Wie unterschiedlich dieser Satz klingen kann, hören Sie in dieser kurzen Collage.

Die Produzenten und Produzentinnen der Top 10 waren bereits Anfang Februar in der radiophonen Werkstatt zu Gast. Das ist eine neue Reihe, die Ö1 gemeinsam mit der Alten Schmiede in Wien veranstaltet. Dort wurden die Stücke gehört und besprochen. Anschließend ermittelte die Jury in heißen Diskussionen das Sieger-Stück. Der Preis für den ersten Platz beträgt 1.000 Euro. Für den zweiten und dritten Platz gab es jeweils 500 Euro. Zusätzlich gab es noch den Preis der schule für dichtung in der Höhe von 1.000 Euro. (Die Preise inkludieren die Abgeltung der Senderechte für eine einmalige Ausstrahlung auf Ö1.)

Platz 1 - Die Vollkommenheit der Fugen

Malte Abraham (Text & Regie); Sebastian Jurchen (Musik & Produktion); Nathalie Wendt, Lea Ostrovskiy (Schauspielerinnen)

Die Jury urteilte über das Siegerprojekt:

  • "Eine Stimme greift die Melodie der anderen Stimme auf, verwandelt sie, trägt sie weiter. Was in der Musik eine Fuge ist, wird hier auf einen gesprochenen Dialog übertragen. Ein herrlich absurdes Minidrama. Temporeich und voller sprödem Witz."

Interview

Malte Abraham und Doris Glaser

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Platz 2 - Das ist Kains Spiel

von Michael Crombach.

Die Jury befand über diese Arbeit:

  • "An den Erwartungen der Gesellschaft vorbeileben und stolz darauf sein – oder doch: verunsichert? Enttäuscht sein von sich selbst? Zynisch? In dem Stück wird den Fragen das Zeichen genommen und durch einen Punkt ersetzt. Aus dem Zweifel werden Fakten, aus dem Spiel wird Ernst."

Platz 3 - Gratwanderung

Konrad Behr (Bearbeitung, Schnitt); .aufzeichnensysteme (Text, Stimme, Sounds); Margarethe Kiss (Ukulele)

Die Jury meint zu diesem Hörstück:

  • "Nicht von 'ich' reden, sondern von Liebe; so wie René Magrittes 'Pfeife' keine Pfeife war und ist, so ist dieses kleine Hörspiel kein Spiel, sondern eine akustische und sprachliche Reflexion - über den Menschen mit seiner schönsten, edelsten und gefährlichsten Beschäftigung: der Liebe."

Sonderpreis der Schule für Dichtung - Mein Mitleid mit den Dingen

von Sveta Schwin.

Die Begründung der Jury verfasste die Autorin Teresa Präauer:

  • In "Mein Mitleid mit den Dingen" von Sveta Schwin machen sich die Gegenstände selbständig, sie fallen zu Boden, zerbrechen, schneiden Wunden in bloße Füße. Die Rache der Dinge bekommt sie zu spüren: eine humpelnde, tollpatschige Zirkusartistin, die mehr an eine groteske Figur wie Gombrowicz’ "Ivonne, die Burgunderprinzessin" erinnern mag, als an ein zartes Persönchen wie Kafkas "hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin". 
Pointiert bis hysterisch, und dabei sehr witzig, liest Ankathie Koi, Régis Maika spricht ein Echo ihrer Sätze, die Musik von Peter Plos verstärkt dieses Echo und illustriert mit wenigen comicartigen Sounds die Vorgänge innerhalb dieser "Todesfalle Haushalt". Der böse Humor von Jürgen Dose, möchte man sinnieren, trifft auf die morgendlichen "lieben Sorgen" des Pechvogels Jürgen von der Lippe und krakeelt mit der Stimme von Florence Foster Jenkins?! Keineswegs, denn Text und Regie hat hierbei Sveta Schwin verbrochen, an ihr scheiden sich die Geister, und so kann man sich für derart ungewöhnliche - dabei professionell produzierte - Arbeiten meist nur einsam und tyrannisch-diktatorisch entscheiden, was ich hiermit gerne verantworte.

Interview

Sveta Schwin und Andreas Jungwirth

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Die weiteren Top-10-Einreichungen

Wie man sehen wird

Isabelle Graefchen, Jörg Lukas Matthaei (Aufnahme, Sound, Technik und Produktion); Mit den Stimmen von: Martina Dettke, Isabelle Graefchen, Karin Jestädt, Manfred Kluth, Akila Koneswaran, Renate Matthaei, Lukas Matthaei, Judith Nika Pfeifer und Uwe Schmenn

Das ist mein Spiel

Simon N. Peyker; Mitwirkende: 2 Würfel, Altsaxophon ("Isfahan" von Billy Strayhorn), Knallerbsen

Jetzt ist Winter

Sebastian Hocke; Mit: Florian Schmidtke und Marianna Linden

Das ist kein Spiel?

Felicitas Braun (Fassung und Regie); Mit: Felicitas Braun, Anja S. Gläser, Anne Grabowski, Anna Lisa Grebe, Philipp Goldscheider und Almuth Hattwich

Machina Ex Machina

WIR-AG (Idee/Text/Regie: Doris Kleemeyer, Christine Rollar, Julia Tieke; Musik: Philipp Bitter, Doris Kleemeyer; Ton: Philipp Bitter; Erzähler: Carlos Rollar; Gott: Philipp Bitter; Dolly-10: Doris Kleemeyer; Mensch: Christine Rollar; 1. Spielverderber: Michel Narriman; 2. Spielverderber: Carlos Rollar; Sängerin: Ellen Backes; Chor: Ellen Backes, Philipp Bitter, Doris Kleemeyer, Michel Narriman, Carlos Rollar, Christine Rollar, Julia Tieke)

1 Spiel, 2 Dates, 3 Bars - Mittelfinger?

Anna Laimanee, Benedikt Steiner

Taten

Wolfgang Nöckler (Text, Regie, Produktion); Jakob Schuierer (Musik); Marco Opoku und Wolfgang Nöckler (Sprecher)

Service

In voller Länge sind die besten Stücke des Track 5‘ Kurzhörspielwettbewerbs am Samstag, 3. März 2018, in Ö1 zu hören - zum gewohnten Termin um 14:00 Uhr.

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