Jennifer Lawrence

2018 TWENTIETH CENTURY FOX

Red Sparrow

2013 veröffentlichte der ehemalige CIA-Agent Jason Matthews den Spionage-Roman "Red Sparrow", in dem eine russische Agentin als sogenannter Red Sparrow, also als "roter Spatz" mit recht ungewöhnlichen Methoden in den Kalten Krieg zieht. Ein Stoff, der sich für eine Verfilmung geradezu anbietet. Regie dabei führte Francis Lawrence, der bereits mehrfach "Die Tribute von Panem" auf die Leinwand brachte.

Kämpfen mit allen Waffen, auch solchen, die auf den ersten Blick keine sind. So kann man einen Krieg gewinnen. Zumindest vertrauen die beiden Supermächte USA und die Sowjetunion im Kalten Krieg des Films "Red Sparrow" auf diese Strategie. Im Spionieren in den Gedanken und Gefühlswelten des Gegenübers sucht man hier die entscheidenden Vorteile.


Raffinierte Manipulation

Trainiert werden die sogenannten "Red Sparrows" in einem russischen Spezialprogram: Folter mal anwenden dann wieder aushalten, Menschen vorsätzlich und raffiniert manipulieren, kein Zurückschrecken vor Grausamkeiten aller Art, wenn es der eigenen Sache dient. Aber vor allem: Der forcierte Einsatz des weiblichen Körpers und sexueller Attraktion, das Spezialgebiet der ehemaligen Bolschoi-Ballerina Dominika (Jennifer Lawrence).

Den Dienst fürs Vaterland tritt sie nicht freiwillig an, bei Ungehorsam wackelt die staatliche Gesundheitsversorgung für die kranke Mutter. "Oft steht im Spionagefach eine klare, etwa politische Mission, im Vordergrund, hier hat man es aber mit einer persönlichen Geschichte zu tun", meint Regisseur Francis Lawrence.

Liebe auf Feindterritorium

Machst du mit, wird es dir schlecht gehen, machst du nicht mit, wird es dir noch schlechter gehen. Nach diesem Prinzip schürt der Film allerlei Loyalitätskonflikte, die Dominika abarbeiten muss: etwa wahre Liebe auf menschlichem Feindterritorium und Hass in der eigenen Blutsverwandtschaft. Abarbeiten, das heißt, die bestens trainierten Fähigkeiten gegen Freund und Feind zugleich einzusetzen, gegen Gut und Böse. Weil einiges dabei nicht so klar ist, finden sich auch die Kinozuseher immer wieder auf dem Holzweg der Hinterfotzigkeit.

Sadistische Ausbildnerin

Hat man einmal akzeptiert, dass hier englischsprachiges Filmpersonal mit schwer russischen Akzent unterwegs ist, - etwa Jeremy Irons als zwielichtiger General und Charlotte Rampling als eisig sadistische Ausbildnerin - dann bietet der Film "Red Sparrow" durchaus originelles Agentenkino zwischen körperlichen Grob- und psychischen Feinheiten. Fazit: Was ist schon ein Atomsprengkopf gegen das Vernichtungspotenzial präziser Menschenkenntnis.

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