Eine junge Frau fotografiert in einem Museum ein Gemälde von Putin.

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Generation Putin

Sie sind mit Putin aufgewachsen, haben ihr ganzes oder beinahe ihr ganzes Leben unter seiner politischen Führung verbracht und kennen die Sowjetunion nur mehr vom Hörensagen: Jene jungen Menschen in Russland, die Mitte der 1990er oder Anfang der Nuller-Jahre geboren wurden.

Viele von ihnen sind systemtreu und streben vor allem nach ihrem eigenen Wohlstand. Doch gerade unter den jungen Leuten gibt es auch viele Putin-Kritiker/innen. Sie sind allesamt "digital natives" - das Internet ist ihre wichtigste Informationsquelle und nicht das Fernsehen, das in Russland weitgehend vom Staat kontrolliert wird. Sowjetpropaganda kennen sie nur mehr vom Hörensagen. Insofern hat die "Generation Putin" mit Gleichaltrigen im Westen vielleicht mehr gemeinsam als mit ihren Eltern.

  • Eine junge Frau steht in ihrem Atelier vor ihren Bildern, ihre Jacke ist voller Farbspritzer.

    Julia Chaliullina, Malerin: "Natürlich bin ich für Putin. Es gibt keine andere Möglichkeit in meinem Kopf."

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  • Ein junger Mann steht vor einer verschneiten Kirche.

    Pavel Scharovatov, Student: "Es macht mich traurig, dass wir einen nicht abwählbaren Präsidenten haben."

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  • Jelena Migdaljova, Studentin: "Ich bin stolz darauf, in einem so mächtigen Land zu leben."

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  • Ein junger Mann sitzt auf einem roten Sitzkissen. Im Hintergrund sieht man Wahlwerbung für Nawalny.

    Maxim Lachatkin, Nawalny-Anhänger: "Es ist so ähnlich wie bei George Orwell. Die Leute sind gehirngewaschen."

  • Porträt einer jungen Frau

    Anastasija Skokova, Kosmetikerin: "Wodurch sich unsere Generation von anderen unterscheidet? Wir sind schreckliche Egoisten."

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  • Eine blonde junge Frau sitzt in einem Lokal.

    Natalya Zabrodskaja, Goethe-Institut Moskau: "Kritisches Denken lernt man an russischen Schulen nicht."

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  • Ein junger Mann steht in einer Werkstatt vor einem Auto.

    Alexandr Poberezhnyj, Unternehmer: "Ich würde Putin gleich eine lebenslange Amtszeit geben."

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Die jungen Russinnen und Russen, speziell die gut Gebildeten in Moskau und Sankt Petersburg, sind selbstbewusst und lassen sich nicht mehr sagen, was sie denken sollen. Doch auch von ihnen zweifelt niemand daran, dass der allmächtige Putin die Präsidentenwahlen am 18. März 2018 gewinnen und in seine vierte Amtszeit gehen wird. Seine sechs Gegenkandidaten und die eine Gegenkandidatin sind von vornherein chancenlos. Der aussichtsreichste Oppositionspolitiker, Alexej Nawalny, der besonders unter jungen Menschen eine große Anhängerschaft hat, wurde wegen einer umstrittenen Bewährungsstrafe nicht zur Wahl zugelassen. Und so wird Wladimir Putin die Geschicke des Landes wohl noch mindestens bis 2024 prägen.

Elisa Vass hat ganz unterschiedliche Vertreter/innen der "Generation Putin" in Moskau getroffen und mit ihnen über Russland, die bevorstehenden Präsidentenwahlen, die Politik und ihre eigenen Wünsche gesprochen.