Florian Gantner

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Rauriser Förderungspreis an Florian Gantner

Der gebürtige Salzburger Florian Gantner wurde für seine Erzählung "Dakizo" mit dem Förderungspreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Am 8. April wird der Text im "Ö1 Kunstsonntag" vorgestellt - gelesen von Victoria Morawetz.

Der Rauriser Förderungspreis ist ein Schreibwettbewerb zu einem festgesetzten Thema, das dem jeweiligen Generalthema der Rauriser Literaturtage entspricht. Der Schreibimpuls für den aktuellen Wettbewerb lautete "Kindertage". Unter den 47 Einreichungen - die der Jury anonymisiert vorgelegt wurden - ging die Erzählung "Dakizo" von Florian Gantner als Siegertext hervor.

Florian Gantners prämierte Erzählung

Die Jury - bestehend aus Anna Estermann, Angelika Reitzer und Hans Weichselbaum - kam in ihrer Begründung unter anderem zu folgendem Schluss:

In einem hohen Tempo und sprachlich seinem sehr zeitgenössischen Thema entsprechend wird das Handeln der Protagonist/innen in Relation zum eigenen Kindsein gestellt, werden Rituale des kindlichen bzw. jugendlichen Widerstandes thematisiert, aber auch die Frage aufgeworfen, ob nicht alles Handeln, jeder Widerstand oder Versuch dazu "nur" ein Spiel - ob alles Spiel ist.

Protestkultur im Überwachungsstaat

Die Protagonisten von Florian Gantners Erzählung "Dakizo" sind Junge Leute aus der Anarchisten-Szene. Sie starten eine Protestaktion gegen die allgegenwärtige Überwachung und diskutieren, wie man Widerstand in Zeiten wie diesen zum Ausdruck bringt. Während sich der Großteil der Gruppe damit begnügt, nachts mit Spraydosen in der Hand auszurücken, träumt einer der jungen Männer von wesentlich kompromissloseren Formen von Protest.

Der gebürtige Pinzgauer Florian Gantner lebt in Wien, und dort ist auch seine Erzählung angesiedelt. Gantner wurde 1980 in Mittersill geboren; aufgewachsen ist er in Neukirchen am Großvenediger (Land Salzburg). Er studierte vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck, St. Étienne und Wien und verfasste eine Diplomarbeit zur Sexualität im europäischen Roman des 18. Jahrhunderts.

Zu seinen verschiedensten berufliche Tätigkeiten zählen Besuchsdienst, Deutschlehrer im Gefängnis, Museumsaufsicht, Betreuer von Menschen mit psychischer Erkrankung, Nachtwächter im Flüchtlingsheim und Weihnachtsmann.

Zum Auftakt der Rauriser Literaturtage

Der Rauriser Förderungspreis wird - gemeinsam mit dem Literaturpreis jährlich zum Auftakt der Rauriser Literaturtage vergeben. Er ist für Autorinnen und Autoren gedacht, die am Beginn ihres literarischen Werdegangs stehen und ist mit 4.000 Euro dotiert. Finanziert wird er zur Hälfte vom Land Salzburg und der Marktgemeinde Rauris.

Teilnehmen können Autorinnen und Autoren mit Salzburg-Bezug (Geburtsort, Wohnort, Studienort, Arbeitsplatz u.a.).

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