Ein Mechaniker schaut durch die Trommelöffnung eines Waschmaschinengehäuses.

AFP/JOE KLAMAR

Eine 100-jährige Waschmaschine

Ist Ihre Waschmaschine kürzlich kaputt gegangen, und man hat Ihnen erklärt, reparieren zahle sich nicht mehr aus? Ärgern Sie sich darüber, dass man bei modernen LED-Lampen das Leuchtmittel nicht mehr austauschen kann? Wie man dem Wegwerfwahnsinn begegnen könnte.

Reparaturnetzwerke versuchen seit langem, dem schnellen Konsumieren und Wegwerfen etwas entgegenzusetzen. Doch es ist schwierig, Industrie und Werbung zu einer neuen Produktphilosophie zu bewegen, hin zu Reparatur, Tausch, Teilen und Recyclen.

Geplante Obsoleszenz

Warum werden moderne Waschmaschinen nach ein paar Jahren kaputt und gelten meist als nicht mehr reparierbar? Viele Menschen ärgern sich darüber, viel wird über "geplante Obsoleszenz" gemunkelt, also darüber, dass den Maschinen angeblich absichtlich Teile eingebaut werden, die nach einer gewissen Zeit unweigerlich den Geist aufgeben. Und damit der Waschmaschine als Ganzes den Garaus machen, weil reparieren gar nicht mehr möglich oder jedenfalls zu teuer wäre.

Selbst wenn die böse Absicht dahinter nur eine Fama sein sollte: es wäre nicht nötig, dass manche Teile von Waschmaschinen so schnell verschleißen und automatisch eine Neuanschaffung nötig machen. Man könnte sie auch "wie früher" gut austauschbar konstruieren.

Ein unkaputtbares Haushaltsgerät

Ein Team von Tüftlern in Wien hat es sich nun zum Ziel gesetzt, die sogenannte "100jährige Waschmaschine" zu entwerfen: Also ein Gerät, das ein Jahrhundert lang funktioniert oder zumindest problemlos immer wieder repariert werden könnte. Dazu braucht es besonders robuste, einfach konstruierte Bestandteile und gut zugängliche Mechanismen.

Sinnvoll ist das, meint der Leiter des Teams von der Universität für Angewandte Kunst in Wien, Peter Knobloch - denn an und für sich seien Waschmaschinen heutzutage so weit ausgereift, dass kein großer Technologieschub mehr zu erwarten ist. Soll heißen: noch weniger Wasser, noch weniger Energie werden gute Maschinen auch in Zukunft nicht brauchen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Effizienzsteigerungskurve abgeflacht. Das spricht also für die Konstruktion langlebiger Waschmaschinen.

Die Maschine, an der Peter Knobloch und seine Kolleginnen und Kollegen arbeiten, wird es wahrscheinlich nie käuflich im Handel geben; eventuell aber als Bausatz samt Anleitung - zum Selbst-Zusammenschrauben. Die erste vollautomatische Waschmaschine kam übrigens 1937 auf den Markt.

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