Christian Bakanic mit Akkordeon und Wolfram Berger

ORF

Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstocher

Wolfram Berger in 30 Rollen - gemeinsam mit dem Akkordeonisten Christian Bakanic verwandelt der bewährte Erzähler Fritz von Herzmanovsky-Orlandos Stück in weit mehr als ein Schmunzeln über die k. u. k. Zeit.

An der Bahnstation Wuzelwang am Wuzel spiegelt sich der Glamour der k. u. k. Monarchie nur bedingt wider. Hier leben Bahnwärter Zwölfaxinger und seine lockige Tochter Innozentia, genannt Nozerl. Das Dasein geht beschaulich vonstatten, täglich passiert nur ein Zug, wenngleich der Zwölfuhrzug auch gerne einmal erst um halb acht am Abend kommt.

Eines schönen Tages fährt ein "schlichter, doch vornehmer Reisender" per Sonderzug ein. Schon bald entwickelt sich ein gewisses Naheverhältnis zwischen Nozerl und dem Herrn. Es handelt sich um den Kaiser persönlich, von Nozerl unerkannt.

… und heißen tust? …


Wolfram Berger spielt, spricht, tanzt den Teuxelsieder Franz, den Mörder Rinaldo Rinaldini und das schöne, verführerisch naive Nozerl. Er ist Dagobert Pappelberg, zwei englische Pagen, ein k. k. Doppeladler, mehrere Lämmlein, Seine Majestät der Kaiser, die Gräfin Primitiva von Paradeyser und viele andere mehr.

CD Cover mit Wolfram Berger

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Best.nr. 2017842
Spieldauer: 53:34

ORF-CD 809
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Spieldauer: 53:34 Min

Trackliste:
1. Ein kleines Stück österreichischer Eisenbahnträumerei
2. Die Personen
3. Erster Akt, im Bahnwärterhaus
4. Nozerl
5. Auftritt Wilderer
6. Zweiter Akt, strahlender Morgen
7. Der Train kommt
8. Der Herr bleibt mit Nozerl allein
9. Dem Kaiser sei Dirndl bin i
10. Auftritt Witfrau Gackermeier
11. Ein Gamsbock fällt auf die Bühne
12. Der 12-Uhr-Zug
13. Nozerl und der Kaiser
14. Dritter Akt, bei Hof
15. Vater Zwölfaxinger, der Kaiser und die Hofgesellschaft
16. Showdown

Das zu Lebzeiten seines Autors nicht veröffentlichte Stück wurde postum am 10. Jänner 1957 in den Münchner Kammerspielen in der Bearbeitung von Friedrich Torberg uraufgeführt. Wolfram Berger hat für Ö1 eine Hörspielfassung erarbeitet, in der er, musikalisch begleitet von Christian Bakanic, alle Rollen verkörpert.

Fritz von Herzmanovsky-Orlando (1877-1954)

Um Fritz von Herzmanovsky-Orlando ranken sich zahlreiche Anekdoten, er selbst beförderte den Mythos um seine Person. 1877 als Sohn eines aus Polen stammenden k. k. Ministerialbeamten und seiner aus Tschechien gebürtigen Gattin in Wien mitten in die Donaumonarchie hineingeboren, besucht er die Theresianische Akademie, studiert Architektur und arbeitet anschließend als Stadtbaumeister in Wien. Seine ersten literarischen Versuche macht er, nachdem er sich aufgrund einer chronischen Erkrankung aus dem Berufsleben zurückgezogen hat.

"Betrachtet den Unsinn, damit ihr auch den Sinn erkennen könnt."
Herzmanovsky-Orlando

Seine schriftstellerische und zeichnerische Doppelbegabung kann sich aber erst in Meran entfalten, wohin er 1917 seinen Wohnsitz verlegt. Hier entstand auch der bizarr-groteske Biedermeier-Roman "Der Gaulschreck im Rosennetz" (1928 mit eigenen Illustrationen publiziert) als erster Band einer "Europa"-Trilogie, deren zweiter und dritter Teil posthum erschienen. Dieser Roman und die Erzählung "Der Kommandant von Kalymnos" blieben die einzigen Publikationen zu seinen Lebzeiten.

An seinem Stück "Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter" zeigt sich Herzmanovsky-Orlandos Talent als Dramatiker. Es wurde am 10. Jänner 1957 in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Regie führte Friedrich Torberg, Josef Meinrad war als Darsteller des Kaisers engagiert. Die Inszenierung wurde begeistert aufgenommen und erfolgreich gespielt. 1962 verfilmte Axel Corti das Stück mit Hans Moser, Hans Holt und Inge Konradi in den Hauptrollen.

Wolfram Berger

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Wolfram Berger

1945 in Graz geboren und aufgewachsen. Nach der Schauspielausbildung in Graz und einer Karriere als Schauspieler an wichtigen deutschsprachigen Bühnen (Basel, Zürich, Stuttgart, Bochum) arbeitet Wolfram Berger seit 1980 als freischaffender Schauspieler, Regisseur, Kabarettist, Sänger, Entertainer und Produzent zwischen Theater, Film, Funk, Fernsehen und seinen eigenen Bühnenträumen.

Die Zusammenarbeit mit Musiker/innen aus allen Genres ist für Wolfram Berger Quell der Inspiration für seine Kleinkunstprogramme. Unzählige Radio-, Hörspiel- und Hörbuchproduktionen sind das Ergebnis seiner Liebesaffäre mit dem Mikrophon, die von der Freude am Lesen und dem Spiel mit Sprache erfüllt ist.

Christian Bakanic

Geboren 1980, österreichischer Akkordeonist und Komponist, studierte Volksmusik am Johann Joseph Fux Konservatorium in Graz sowie klassisches Akkordeon an der Kunstuniversität Graz und hat sich als Jazzmusiker in Österreich einen Namen gemacht. Seine musikalischen Zugänge und Erfahrungen vermischen sich auf subtile Weise in seinen Kompositionen und verbinden die komplexe Spontaneität des Jazz, die temperamentvolle Leidenschaft des Tango Nuevo, das disziplinierte Moment der Klassik mit vielschichtigen Traditionen europäischer Volksmusik.

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