Geiger beim Jazzfest

APA/BAUER/JAZZFESTIVAL SAALFELDEN

40 Jahre Jazzfestival Saalfelden

Erstmals im Jahre 1978 als "3 Tage Jazz" von einigen Jazzenthusiast/innen ins Leben gerufen, ist das Jazzfestival Saalfelden mittlerweile zum wohl wichtigsten österreichischen Jazzereignis avanciert. Jener erste Jahrgang wurde bereits von "aufmüpfigen" Jazzmusiker/innen wie Irène Schweizer und dem Cecil Taylor Sextet, aber auch dem heimischen Vienna Art Orchestra bespielt.

Seitdem hat sich viel getan, die Veranstalter und Betreiber wechselten, die Konzertbühnen übersiedelten von der sogenannten Zeltstadt an verschiedene Veranstaltungsorte im Zentrum von Saalfelden, mit dem Congress Saalfelden als Hauptbühne. Nicht zuletzt durch Initiativen wie die kostenlosen Konzerte auf dem Stadtplatz konnten die Eigenheiten eines Jazzfestivals auch an die Herzen der Bewohner/innen des Ortes herangetragen werden.

Wohlgetaktete Wolkenbrüche

Ich selbst war 2018 zum ersten Mal zu Besuch beim Jazzfestival Saalfelden. Viele bekannte Namen standen auf dem Programm, wie Marc Ribot oder auch der britische Saxofonist Shabaka Hutchings mit der österreichischen Formation Shake Stew. Besonders schön war das Wetter nicht, kalt und salzburgerisch verregnet. Einige umliegende Ortschaften waren aufgrund der Wassermassen sogar kurzzeitig von der Außenwelt abgeschnitten. All dies konnte jedoch dem Jazzgenuss keinen Abbruch tun.

Im Gegenteil: Wohlgetaktete Wolkenbrüche zum überdachten Open-Air-Konzert auf dem Stadtplatz können Gänsehäute sogar verstärken. Anlässlich des 40. Jubiläums des Festivals hat der künstlerische Leiter, Mario Steidl, erstmals ein "Artist in Residence"-Projekt ins Leben gerufen. Sowohl die slowenische Sängerin, Flötistin und Komponistin Maja Osojnik als auch der österreichische Schlagzeuger Lukas König werden bisher unbespielte und auch leer stehende Räumlichkeiten in Saalfelden als Gefäße für ihre Projekte nutzen und somit die Ortschaft selbst zu einem noch größeren Teil des Jazzfestivals machen.

Lukas König

Lukas König

MORITZ BICHLER

Manu Mayrs Werk zur Eröffnung

Der Kompositionsauftrag für die offizielle Eröffnung des Festivals wird jährlich an Musiker/innen und Komponist/nnen aus Österreich vergeben. Vergangenes Jahr ging dieser Auftrag an den Saxofonisten Ulrich Drechsler, heuer wird die Ehre dem umtriebigen wie vielseitigen Bassisten Manu Mayr zuteil. Mayr hat sich, im Gegensatz zum musikalischen Großaufgebot von Ulrich Drechsler im Vorjahr, für eine Duokonstellation mit der Bassklarinettistin Susanna Gartmayer entschieden.

Ich habe die Stimmung bei der letztjährigen Festivaleröffnung als sehr fokussiert, gebannt wie angespannt erlebt. Eine Stimmung, die nicht die Strenge eines großformatigen Jazzkonzerts im Konzerthaus innehat, jedoch die gelegentliche Lapidarität der Jazzclub-eigenen Lockerheit nicht zulässt. Ein idealer Rahmen also für eine intensive Duoperformance, auf die sich die Besucher/innen des Jazzfestivals Saalfelden freuen können.

Joshua Redman

ELIZABETH ATTENBOROUGH

Joshua Redman

Jung mit alt

Aus der Sicht eines letztjährigen Saalfelden-Debütanten verspricht das 40-Jahr-Jubiläum dieses Festivals also genau das, was es am besten kann: Förderung junger Talente in Verbindung mit Konzerten internationaler Jazzgrößen, die heuer unter anderem von US-Saxofonist Joshua Redman und der Schweizer Pianistin Sylvie Courvoisier bestritten werden. Sonderformatige Neuentdeckung und der Livegenuss von Altbekanntem geben sich vor dem Panorama der Salzburger Berglandschaft die Klinke in die Hand.

Gestaltung

  • Xavier Plus

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