Bogdan Roscic

APA/GEORG HOCHMUTH

Aufgeigen, orgeln, erzählen

Gespräche über Musik sind seit 25 Jahren der Inhalt des Ö1 Klassik-Treffpunkts. Ernsthaftigkeit und Spaß dürfen sich die Waage halten, ebenso wie die spannende Dokumentation der Laufbahn eines Gastes mit seiner/ihrer höchst persönlichen Musikauswahl.

Der Klassik-Treffpunkt musste während des Lockdowns auf diverse virtuelle Varianten der Begegnung zurückgreifen, von Skype bis Telefon. Nach einer bereits recht intensiven Sommertour durch die Bundesländer freuen wir uns nun auf die Rückkehr ins RadioCafe, dürfen aber für eine Folge auch gleich ausschwärmen.

Unsere Gäste im September sitzen an Orgeltischen und auf Direktionssesseln, sie leiten Opernhäuser bzw. spielen in solchen, sie sammeln Kinderbücher und können Musikgeschichte aufregend vermitteln.

Bogdan Roščić - Neubeginn an der Wiener Staatsoper

Den Anfang macht einer, der von 1993 bis 2002 beim ORF-Radio Ö3 arbeitete, zunächst als dessen Musik-, und ab 1996 als Senderchef: Bogdan Roščić. Sein Wechsel vom Rundfunk zu den großen Musiklabels führte über Universal Austria (aus jener Zeit ist er einigen noch als wortgewandter, vielleicht bester Juror von Starmania in Erinnerung) zur Deutschen Grammophon nach Hamburg.

Drei Jahre lang leitete er diese wohl berühmteste Traditionsmarke der klassischen Musik. Damals wurde auch eine Idee Roščićs in Kooperation mit Ö1 in die Tat umgesetzt: Die CD-Serie „Ö1 Klassiker“ versammelt auf 50 Doppel-CDs 100 bedeutende klassische Musikwerke in maßstabsetzenden Aufnahmen, von Fritz Wunderlichs Aufnahme der Dichterliebe Robert Schumanns über Beethoven mit Carlos Kleiber bis Puccinis Tosca mit Karajan, Pavarotti und Freni.

2006 wurde Roščić Managing Director von Decca in London und ging 2009 nach New York, um zehn Jahre lang der Sony Classical vorzustehen. Zum Beginn seiner ersten Saison als Direktor der Wiener Staatsoper lädt Roščić am 5. 9. in sein Haus am Ring: Der Klassik-Treffpunkt wird aus dem Mahler-Saal der Staatsoper gesendet. Roščićs Musikauswahl wird gewiss alle Stückeln spielen, weit über die Oper hinaus.

Konstantin Reymaier - Die neue Orgel im Stephansdom

Knappe zehn Minuten zu Fuß von der Staatsoper wird Anfang Oktober die neue „Riesenorgel“ in St. Stephan feierlich eingeweiht. Schon am 19. September ist einer der Domorganisten, Konstantin Reymaier, zu Gast bei Elke Tschaikner im RadioCafe. Die Musikauswahl für diese Sendung wird wohl spirituelle und weltliche Werke in aller Vielfalt enthalten.

Friedrich C. Heller - Musikhistoriker und Sammler

Was den Klassik-Treffpunkt zwischen Oper und Orgel betrifft, darf sich Helmut Jasbar am 12. September auf Friedrich C. Heller freuen. Musikgeschichte wissenschaftlich zu erforschen, sie mit Ernsthaftigkeit ebenso wie mit erzählerischem Talent und Humor zu unterrichten, das war jahrzehntelang das Handwerk Hellers.

Seine Vorlesungen und Vorträge an Universitäten und anderswo sind Legende. Der emeritierte Professor widmet sich daneben bereits seit 40 Jahren ästhetisch anspruchsvollen Werken der Kinderliteratur.

Quartett Amarcord

Quartett Amarcord

NANCY HOROWITZ

Das Quartett Amarcord

Den bunten Reigen der September-Treffpunkte beschließen am 26. September gleich vier Gäste, die seit zwanzig Jahren miteinander musizieren: Das Quartett Amarcord Wien hat, in der originellen Besetzung Violine, Violoncello, Akkordeon und Kontrabass, bislang sechs CDs vorgelegt und spielt in eigenen Arrangements Werke von Beethoven bis Satie. Livemusik wird es in dieser Sendung auch geben.