Josquin Desprez

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Radiokolleg

Star der Renaissance: Der Komponist Josquin Desprez

Er gilt als der bedeutendste Komponist der Frührenaissance und genoss bereits zu Lebzeiten höchstes Ansehen. Josquin Desprez zählt zur dritten Generation der "Franko-Flämischen Schule" und legte eine internationale Laufbahn hin, die nachweislich von Anstellungen an angesehenen Hofkapellen in Frankreich und Italien geprägt war.

Das umfangreiche Oeuvre Josquins beinhaltet zahlreiche Messen, Motetten und Chansons - allesamt geprägt von der hohen Kunst der Imitation, kontrapunktischer Exzellenz und einer neuartigen Verknüpfung von Text und Musik. Überliefert sind die Werke in zahlreichen Handschriften und Musikdrucken. Die Erfindung des Musikdrucks mit beweglichen Metalltypen durch Ottaviano Petrucci im Jahr 1498 legte, neben dem unbestrittenen musikalischen Genius Josquins, ein weiteres bedeutendes Fundament für den Ruhm des Komponisten. Kein anderer wurde in den Drucken von Petruccis Verlag so reich bedacht und demonstrativ herausgestellt. Das 1502 erschienene Notenbuch "Misse Josquin" ist etwa das erste Buch der Musikgeschichte, das Werke von nur einem Komponisten enthält.

Großes Ansehen zu Lebenszeit

Schon zu Lebzeiten genoss der um 1450 geborene franko-flämische Komponist Josquin Desprez großes Ansehen. Musikalisches Talent, Geschäftssinn, strategisch kluge Ortswechsel und Anstellungen an bedeutenden Hofkapellen in Frankreich und Italien ließen gar einen Personenkult entstehen. Anekdoten und briefliche Zeugnisse zeichnen das Bild eines der ersten "Stars" der Musikgeschichte in dieser Folge der Musikviertelstunde über Josquin Desprez.

Mit seiner "Missa Herculae Dux Ferrariae" schuf Josquin Desprez eine der ersten Messen, dessen (musikalisches) Thema den Namen eines Herrschers in Noten ausdrückt. Sein umfangreiches Oeuvre beinhaltet aber auch bildreich auskomponierte Psalmen, sowie zahlreiche Motetten und Chansons. Allesamt sind seine Kompositionen geprägt von der hohen Kunst der Imitation, von kontrapunktischer Exzellenz und einer neuartigen Verknüpfung von Text und Musik. Josquin beherrschte die alten Stile perfekt und hatte den Mut, dennoch neue Wege zu gehen.

Von der Erfindung des Notendrucks

Neben dem unbestrittenen musikalischen Genius Josquins legte eine bahnbrechende technische Neuerung ein weiteres Fundament für den Ruhm von Josquin Desprez: die Erfindung des Musikdrucks mit beweglichen Metalltypen durch Ottaviano Petrucci im Jahr 1498. Das 1502 erschienene Notenbuch "Misse Josquin" ist etwa das erste Buch der Musikgeschichte, das Werke von nur einem Komponisten enthält. Reich bedacht und demonstrativ herausgestellt durch Petruccis Verlag konnte das Werk Josquins so schnell Verbreitung finden.

Obwohl mehr als 500 Jahre alt, erfreut sich die Musik von Josquin Desprez auch heute noch großer Beliebtheit, sie wird sowohl vokal als auch instrumental aufgeführt. Die originalen Notentexte geben aber nur bedingt Aufschluss über die damalige Aufführungspraxis. Wie Musikerinnen und Ausführende mit Inhalten, Quellen und Überlieferungen heute umgehen, über historische Aufführungsorte und um die Bedeutung von Stille in der Musik des franko-flämischen Komponisten ist Teil der Musikviertelstunde im "Radiokolleg".