Die Egerländer Tracht

Birgit Müller

Auf dem Foto ist meine Mutter Barbara Müller zu sehen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war sie 59 Jahre alt. Stolz und mit Freude trägt sie ihre Egerländer Tracht.

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Meine Mutter in ihrer Egerländer Tracht

Frauen, Mütter, Kinder 10. April 2026

Aussteuerkiste meiner Oma Rosa

Birgit Müller

In früheren Zeiten war es üblich, dass eine Braut eine sog. Aussteuer mit in die Ehe brachte. Diese bestand meist aus Bett- und Tischwäsche. Es ist anzunehmen, dass die Aussteuerkiste meiner Oma Rosa seit mehreren Generationen weitergereicht wurde. Die Beschriftung wurde erst 1946 hinzugefügt, da meine Großeltern diese Kiste als persönliches Gepäckstück bei der Vertreibung aus der Heimat mitgeführt hatten. Heute befindet sich dieses einmalige Erbstück im Besitz einer meiner Cousinen.

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Aussteuerkiste Oma Rosa

Frauen, Mütter, Kinder 10. April 2026

Stunden der Angst

Birgit Müller

Meine Mutter Barbara Müller erzählt von der Zeit in ihrem Heimatdorf Ranzengrün (ehemals Kreis Karlsbad, später Kreis Kaaden/Sudetenland) gegen Ende des Zweiten Weltkrieges:

Die Russen haben immer die Frauen vergewaltigt - ich weiß noch, einmal sind die Russen vorne zur Tür rein und ich bin hinten zum Fenster rausgesprungen… das sehe ich noch direkt, dass ich zum Fenster rausgesprungen bin, da war ich vielleicht 12 Jahre alt. Ich bin ins Freie gerannt, sie haben mich noch gesehen, und haben weitergesucht – doch dann haben sie die Verfolgung aufgegeben. Das war eine blöde Zeit! Die Russen haben auf den Bauernhöfen immer etwas zum Essen gesucht. Nachts haben wir bei unserem Nachbarn auf dem Heuboden geschlafen, um uns vor den Russen zu verstecken. Bei seiner Scheune ging keine Treppe hinauf und wir haben, nachdem wir oben lagen, die Leiter mit hochgezogen, so dass niemand zu uns hinaufkommen konnte. Dann waren die Betten in den Zimmern alle leer und das ist natürlich aufgefallen. Mutter und Vater waren allein im Haus und die Russen haben uns überall gesucht und immer wieder geschrien: „Wo ist Matka“? (Wo ist das Mädchen?) Dann haben sie die Schränke vorg...

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Frauen, Mütter, Kinder 10. April 2026

Die Zeit während des Zweiten Weltkrieges

Birgit Müller

Es handelt sich um eine Erzählung meiner Cousine Rosl, die 1939 erst 16 Jahre alt war und bereits Schlimmes gesehen und erlebt hatte.

Als am 01.09.1939 der Zweite Weltkrieg begann, wurde das Leben in Ranzengrün, dem Heimatdorf meiner Mutter Barbara Müller, noch schwieriger und es brachen düstere Zeiten an. Mein Opa musste Gott sei Dank nicht mehr in den Krieg ziehen, denn er war bereits 55 Jahre alt und sollte die Landwirtschaft aufrechterhalten. Als Bürgermeister war er außerdem dafür verantwortlich, im Dorf die Panzersperren zu errichten – genutzt haben sie leider nichts. Meine Cousine Rosl erzählt: Die Heimat meiner Mutter Rosa, das Sudetenland, war vor dem Zweiten Weltkrieg unter tschechischer Verwaltung. Die Männer mussten den Wehrdienst bei den Tschechen ableisten. Damals war es Vorschrift, dass ein Soldat vor dem 21. Lebensjahr nicht verheiratet sein durfte, auch wenn er ein Kind hatte. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg waren die Deutschen bis etwa Juni/Juli 1945 „Freiwild“ – die siegreichen Mächte konnten über sie verfügen, wie über eine Ware. So kamen Russen oder Tschechen und suchten junge M...

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Frauen, Mütter, Kinder 10. April 2026

Berührendes Treffen zweier Familien

Lindorfer Ursula

Unser Onkel Karl Gabriel nahm Flüchtlingsfamilie aus Schlesien (Polen) auf. In seinem Pfarrhof wurde am 15. 4. 1945 das Kind Margarete geboren und getauft.

Frau Martha Staisch kam im Jänner 1945 mit 5 Kindern und schwanger zuerst mit dem Zug und dann von Schärding bis Kopfing zu Fuß (! 21 km) in OÖ an und im Pfarrhof unter. Es gab Schwierigkeiten mit der Unterbringung. Unser Onkel war dort Pfarrer. Er nahm sie auf. In seinem Pfarrhof (genauer im Bischofszimmer!) wurde am 15. 4. 1945 das Kind Margarete geboren und getauft. 1946 kehrte die Familie nach Oppeln zurück und seit 1978 lebt sie in Deutschland. Erst heuer erfuhren wir von der Mitmenschlichkeit unseres Onkels. Heuer feierte Margarete ihren 80. Geburtstag. Ihr Gatte machte ihr ein Geschenk und suchte nach Spuren des Wohltäters. Mit Nichten und Neffen traf sich das Geburtstagskind am 7. Juni 2025 an dessen Grab (Pfarre Rannariedl, Pühret 4143 Neustift) in Österreich.

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Frauen, Mütter, Kinder Oberösterreich 21. Juli 2025

Himmlische Christbäume

Gertrude Liegl

Bombenwarnungen in Ternitz

Ähnlich aufregend waren die „CHRISTBÄUME“, die nachts über den gesuchten Objekten abgeworfen wurden, um die Bomben treffen zu lassen. Meist ging es sich aus, von der 1. Warnung bis zum Angriff in den Keller zu laufen, wo die meisten Familien damals für sie wertvolle Dinge (bei uns Tuchenten, Bettzeug…) einmauerten für „nach dem Krieg und wenn die Männer wieder daheim sind. Dort saßen wir dann alle schweigend und starr vor Angst. Wenn mehr Zeit blieb, konnten wir zwischen Vorwarnung und FLIEGERALARM den Kinderwagen mit meiner kleinen Schwester, bereitgestellt mit mindestens Wasser, Brot und Babysachen sowie Westen und Hauben, über die Gfiederstraße in die BUNKER unterm Gfieder (unser Hausberg) laufen. Dort saßen wir dann stundenlang eng aneinandergeschmiegt auf kalten Holzbänken und warteten auf Entwarnung! 2 x haben wir Bombeneinschläge in nächster Nähe überlebt, aber auf der Gfiederstraße wurden einige Familien in ihren Häusern tödlich bombardiert.

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 27. Juni 2025

Tiefflieger

Gertrude Liegl

Geschichte von Tieffliegern in Ternitz

Meine Mutter hatte eine Tante im nächsten Haus, aber dazwischen lief eine Sandstraße, die auf beiden Seiten vor den Häusern grüne Stauden hatte. Wir Kinder wussten, sobald Voralarm tönte, müssen wir -egal, wo wir gerade spielten – sofort nach Hause laufen. Zu Kriegsende war es wieder einmal so, dass die Russen besonders Wiener Neustadt, die Südbahn und das Edelstahlwerk in Ternitz bombardieren wollten. Es gab spät nachmittags diesen Warnalarm, dass Flieger kommen, ich lief heim in der 1. Stock, aber meine Mutter war nicht da (Papa war ja noch im Krieg)! Verzweifelt lief ich in den Hof, da schrie meine Mutter schon vom drüberen Haus, ich soll schnell zu ihr laufen. Nach einigen Schritten hörte ich aber den Tiefflieger, ohne die Gefahr richtig zu kennen! Noch vor der Straße hörte ich Mutti rufen: „Wirf Dich in die Stauden“ und tat es. Ich sah hinauf, im offenen Flugzeug saßen 2 Soldaten mit Sturmhauben und einer mit Gewehr im Anschlag, ca. 20 m über mir -ich sehe die Gestalten heut...

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 27. Juni 2025

Nette Amerikaner, furchteinflößende Partisanen

Frau Six

Die Amerikaner waren das, die waren sehr nett, die haben bei unserem Hof hinten sind sie gestanden mit den Autos und da sind wir zurückgelaufen zu ihnen und sie haben uns Kaugummi gegeben, was wir nicht gekannt haben. Aber die Partisanen, die waren die ärgsten, da hat man sich sehr gefürchtet. Erstens haben die alle eine Glatze gehabt, und die haben von den Häusern die Räder mitgenommen, die haben wir verstecken müssen. Wir haben uns gefürchtet, die haben gestohlen und vergewaltigt und so Sachen.

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Frauen, Mütter, Kinder Steiermark 27. Juni 2025

Kälte, Hunger und Angst vor Partisanen

Frau Six

Ich bin auf Strohsäcken gelegen und in unserem Zimmer war es so kalt, dass die Schneerosen innen bei den Fenstern waren. Wir sind schlafen gegangen mit Nachthemd, Weste drüber, Haube, so sind wir schlafen gegangen. Dann haben wir, wenn wir vor der Schule heimgekommen sind, müssen mit einem Leiterwagerl mit meiner Mutter in den Wald fahren und haben Prügerl gesammelt, damit wir etwas zu heizen gehabt haben im Winter, so kleine Zweigerl, die im Wald gelegen sind. Es war hart. Dann kann ich mir erinnern, da bin ich noch in den Kindergarten gegangen, und wenn Fliegeralarm war – meine Mutter hat in der Fabrik gearbeitet – die hat uns schnell geholt, dann sind wir bei dem Gassl gelaufen und jedes Mal, wenn ein Flieger drüber gegangen ist, haben wir uns müssen am Boden flach hinlegen. Also, es war wirklich furchtbar. Das war halt die Angst, eine furchtbare Angst. Da haben wir im Personalhaus einen Keller gehabt, da sind wir reingegangen. Da sind wir geblieben, bis Entwarnung war. Meine...

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Frauen, Mütter, Kinder Steiermark 27. Juni 2025

Ballspielen mit Besatzerkindern

Frau Pfeifer, Jg. 1943

Wir waren in Niederösterreich im Sommer in meinen Ferien, ich war vielleicht acht, neun Jahre. Wir waren in den ganzen Sommerferien in einem Dorf bei Stockerau in der Nähe und das war so quasi der Sommerurlaub, weil mein Vater bei der Vermessung gearbeitet hat und wir immer dort hingefahren sind, wo er gerade gearbeitet hat. Meine Mutter hatte die Gabe gehabt, die Dorfjugend immer zu aktivieren und wir sind auf der Dorfwiese dann gewesen und haben verschiedene Spiele gespielt und das war ja russische Besatzungszone. Und da kamen die jungen Russen und haben gefragt, ob sie mit uns mitspielen dürfen. Und sie haben dann bei unserem Spiel einen Ball über die Schnur und solche Sachen mitgespielt. Also auch da habe ich eigentlich nur positive Erinnerungen. Allerdings hat mir meine Mutter schon erzählt, auch von den grauslichen Taten, die sie im Freundeskreis gehört hat bzw. die Freunde von ihr erlebt haben. Ich selbst habe das nie erlebt. Ich habe alles immer nur positiv erlebt.

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 26. Juni 2025

Eine schwere Zeit

Frau Ertö, Jg. 1939

Ich war in Graz St. Peter, hab eineinhalb Stunden in die Schule gehabt. Wir haben schlechtes Schuhwerk gehabt, die Mädchen haben damals noch keine langen Hosen gehabt, man hat viel Kälte gelitten. Und in der Gasse oder Straße, in der ich war, war kein Schneepflug und nix und im Winter war man schon arm als Kind. Und mein Vater ist erst nach dem Krieg im Herbst heimgekommen. Der ist im 38er Jahr eingerückt und ist erst dann heimgekommen. Er war einmal dazwischen zu Hause und ist mit Uniform gekommen. Aber da habe ich als Kind, ich war Einzelkind, habe Angst vor der Uniform gehabt anscheinend. Ich hab ihn geliebt, er war schon ein super Mensch. Und es ist halt so, dass wenn immer die Heimkehrer heim gekommen sind nach Graz am Bahnhof, da sind die Frauen angeschrieben worden. Da haben sie eine Verständigung gekriegt, dass ihre Männer heimkommen und meine Mutter ist mit mir immer am Bahnhof fahren mit dem Fahrrad und der Vati war halt nie dabei, sie hat auch keine Verständigung geha...

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Frauen, Mütter, Kinder Steiermark 26. Juni 2025

Eier wurden nach einer Kontrolle abgenommen

Helga Wöber

Wir sind dann einmal von Langenlois mit einem Transportunternehmen, Kargl hieß das, nach Wien gefahren und meine väterliche Großmutter in Langenlois hat meiner Mutter Eier mitgegeben. Und meine Mutter hatte diese Eier mit und die wurden bei einer Kontrolle von Russen gefunden. Und dann haben sie meine Mutter mitgenommen. Wir Kinder sind auf dem Lastwagen gesessen und haben uns natürlich gefürchtet, weil die Mutter weg war. Und meine Mutter hat dann erzählt, die Russen wollten sie nicht loslassen und wollten noch etwas von ihr wissen. Und sie gesagt, als Zeugin, sie kann sagen, dass sie uns Kinder befragen sollen. Und das war dann auch so wir durften mit Mutter ohne Eier nach Wien fahren. Und meine mütterliche Großmutter in Liesing: Da waren in dem Haus russische Offiziere einquartiert und da haben wir, da muss ich schon so sieben, acht gewesen sein habe, kann ich mich erinnern, dass Zimmer voller Wanzen waren und die wurden ganz einfach mit DDT beseitigt.

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 26. Juni 2025

Fenster mit Packpapier und der heimgekehrte Vater

Helga Wöber

Ich bin Jahrgang 1940, und wir waren als Kinder entweder bei der einen Großmutter in Liesing oder bei den anderen Großeltern in Langenlois, mein jüngerer Bruder und ich. Und ich kann mich erinnern, dass hinter einer Türe immer eine Tasche gestanden ist mit der nötigsten Sachen. Wenn die der Fliegeralarm kam, dann mussten wir mit dieser Tasche in irgendeinen Keller. An den Keller kann ich mich in Langenlois nicht mehr erinnern. Und wir haben also jeden Tag zu den Sternen geguckt und gehofft, dass unser Vater aus dem Krieg wieder zurückkommt. Aber wie ich fünf war nach dem Krieg im Herbst hat meine Mutter mich nach Wien geholt und hat mir die Wohnung gezeigt, die ich ja nicht in Erinnerung oder überhaupt nicht kannte. Und da war alles so finster, weil die Fenster alle noch mit Packpapier und Kartons verklebt waren. Und da habe ich mich richtig gefürchtet. Und von diesen verklebten Fenstern habe ich eigentlich in all diesen Geschichten nichts gehört. Mitgedacht. Das muss ich erzählen, ...

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 26. Juni 2025

Brave Buben durften Krieg spielen

Ludwig Blamberger, Jg. 1943

Und zwar: Es geht um einen christlichen Kindergarten im Salzkammergut. Ich bin 1943 geboren und 1948 und 49 war ich dort im Kindergarten. Es waren ungefähr 25 Kinder, die Hälfte davon Buben und die Hälfte Mädchen. Und es gab folgende Geschichte: Wenn wir im Kindergarten, wir Buben im Kindergarten sehr brav waren, dann hat die Schwester Belinda selbst und die Kindergärtnerin eine Truhe aufgemacht und in der Truhe war ein Pappmachéhelme in Soldatengrün, und wenn wir brav waren, durften wir damit Krieg spielen.

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Frauen, Mütter, Kinder Oberösterreich 25. Juni 2025

Bomben zerfetzten einen Bauern und sein Pferd

Otto Schöffel, Jg. 1939

In Roseldorf, das ist eine kleine Gemeinde im Bezirk Hollabrunn. Und in dieser kleinen Ortschaft bin ich aufgewachsen in einer Wassermühle. Im Frühjahr 1945, also am Ende des Krieges. Ich war sechs Jahre alt. In dieser Mühle ist noch ein Bauer, weil Mittagszeit war, mit seinem Pferdefuhrwerk dagestanden und hat auf sein Mehl gewartet. Und ich habe mich als 6-jähriger Bub immer mit den Pferden verständigt, habe denen was zu fressen gebracht. Und so auch damals. Und plötzlich schrie meine Oma vom Fenster runter, ich möge die Leute zum Essen holen. Ich war Gott sei Dank ordentlich und bin sofort weggelaufen in den Hof. Plötzlich ein lauter Krach. Ich bin zurückgelaufen und hab gesehen, wie der Bauer und das Pferd fast zerfetzt und tot dort lagen. Ein russisches Flugzeug hat bombardiert. Und zwar einen Konvoi voll deutscher Soldatenautos.

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 25. Juni 2025