Vom Leben der Natur
Die Inventarisierung der Landschaft. Der Ökologe Thomas Wrbka über die Methode der "Biotopkartierung", bei der wertvolle Lebensräume dokumentiert werden.
Teil 1: Ein Praktikum in der Wachau.
Gestaltung: Renate Pliem
7. Juni 2010, 08:55
Biodiversität wird nicht nur gemessen und bewertet, sie muss zuvor noch erhoben werden. Ein Instrument dieser Erfassung der Vielfalt ist die Biotopkartierung. Bei dieser Methode werden naturschutzfachlich besonders wertvolle Gebiete in der Landschaft identifiziert, aufgenommen und dokumentiert. Außerdem soll dafür gesorgt werden, dass diese Gebiete auch erhalten bleiben: sie werden entweder unter Schutz gestellt oder durch Förderprogramme von Bauern bewirtschaftet und gepflegt.
Die Biotopkartierung ist in der Praxis der Naturschutzplanung bereits in ganz Europa eingeführt. Auch an der Universität Wien wird diese Methode den Studierenden vermittelt. "Biotopkartierung" ist mittlerweile ein eigenes Berufsfeld geworden.
"Eine genaue Artenkenntnis ist für diese Tätigkeit unabdingbar", sagt der Ökologe Thomas Wrbka von der Universität Wien. Vor allem unterschiedliche Gefäßpflanzen zeigen an, um welche Lebensräume es sich handelt. Es gibt in Österreich etwa 3.000 Gefäßpflanzenarten, ein guter Biotopkartierer sollte mindestens die Hälfte davon kennen. Der Blick schärft sich, mit jeder Kartierung erweitert sich die Artenkenntnis.
Service
Interviewpartner
Ass.-Prof. Dr. Thomas Wrbka
Universität Wien
Departement für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologe
Rennweg 14
1030 Wien
Departement für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologe
Thomas Wrbka
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