Dimensionen - Magazin
1. Neue Hoffnung für MS Patienten?
2. Hitlers Dschihad: Nazi-Propaganda im arabischen Raum
3. Armut als Menschenrechtsverletzung
4. Zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse, dem deutschen Miterfinder des modernen Computers.
Redaktion: Franz Tomandl
18. Juni 2010, 19:06
Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunkrankheit. Das körpereigene Immunsystem betrachtet die Zellen des zentralen Nervensystems fälschlich als feindliche Eindringlinge und bekämpft sie. Eine Heilung gibt es bis heute nicht. Das Risiko, neue Wirkstoffe in einer klinischen Studie zu testen, ist hoch. Die Folgen pharmakologischer Eingriffe ins menschliche Immunsystem sind selbst für Experten kaum vorhersehbar. Am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf will man vollkommen neue Wege beschreiten. Hier will man dem Immunsystem signalisieren, dass die Zellen des zentralen Nervensystems keine feindlichen Eindringlinge sind, sondern Verbündete. Mit Roland Martin, Institut für Neurologie und MS-Forschung, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Inga Maria Grandt, Patientin. Autor: Uwe Springfeld.
Wenn man heute die Konflikte im Nahen Osten betrachtet, wird ein Aspekt oft vergessen: Antijüdische Ressentiments von Arabern gab es schon lange vor der Staatsgründung Israels. In der panarabischen Bewegung herrschten große Sympathien für den Nationalsozialismus. Diese Sympathien wurden von den Nazis für ihre Zwecke ausgenutzt und verstärkt. Wichtigstes Mittel dafür waren Rundfunksendungen, die in Berlin via Kurzwelle ausgestrahlt und im Nahen Osten gehört wurden.
Mit Jeffrey Herf, Historiker, USA. Autor: Lukas Wieselberg.
Jeffrey Herf: Nazi Propaganda For the Arab World, Yale University Press 2009
Bereits die Philosophen der griechischen Antike begriffen Armut als Phänomen, das eine selbstbestimmte Lebensführung behindert. Heute ist im wissenschaftlichen und alltagspolitischen Diskurs von so genannter "neuer Armut" die Rede, und auch davon, dass Armut immer öfter in bestimmten Lebensphasen auftritt. Als soziale Gruppe, die besonders oft und besonders stark von Armut betroffen ist, gelten und galten - heute, wie einst - Frauen. Ein kürzlich erschienener Sammelband beleuchtet Armut aus unterschiedlichen rechtswissenschaftlichen Perspektiven und geht der Frage nach, inwiefern Armut als Menschenrechtsverletzung verstanden werden kann.
Mit Eva Maria Maier, Institut für Rechtsphilosophie , Religions- und Kulturrecht, Universität Wien. Autorin: Tanja Malle.
Richard Potz, Emmerich Talos, Eva M. Maier: "Armut und Recht", Manz Verlag
Die Erfindung des modernen Computers war keine Pioniertat eines Einzelnen, sondern das Resultat einer kollektiven Denkleistung, an der mehrere geniale Köpfe beteiligt waren. So gelten Charles Babbage, Alan Turing, Howard Aiken und Konrad Zuse heute als gemeinsame Urväter der Rechenmaschine. Der deutsche Bauingenieur Konrad Zuse, geboren am 22. Juni 1910 in Berlin, konstruierte in den 1930er und 40er Jahren einige elektromechanische Prototypen, aus denen nach Meinung vieler Fachhistoriker schließlich der erste voll funktionsfähige Rechner der Welt entstehen sollte: "Z3". Am Ende des 2. Weltkrieges legte der auch künstlerisch begabte Autodidakt mit seinem "Plankalkül" die erste EDV-Programmiersprache der Welt vor. Als Gründer der ZUSE KG war der Deutsche auch einer der ersten Computerunternehmer, doch der große wirtschaftliche Erfolg blieb Zuse verwehrt, weil er die Fortschritte auf dem Gebiet der Elektronik in der Nachkriegszeit verschlief. Mit Raúl Rojas, Institut für Mathematik und Computerwissenschaft der Freien Universität Berlin. Autor: Armin Stadler.
