Praxis - Religion und Gesellschaft
Neue Studie: Katholische Priester lehnen Zölibat mehrheitlich ab. Gestaltung: Brigitte Krautgartner Herausforderung Pflege: Pionierin der Pflegewissenschaft fordert Umdenken. Gestaltung: Maria Harmer Gemeinsamer Religionsunterricht: Muslime und Christen in einem Klassenzimmer. Gestaltung: Karim El-Gawhary * Lange Zeit vergessen: Die österreichischen Opfer der Shoah von Trostinec. Gestaltung: Sabine Nikolay
18. Juni 2010, 22:05
In diesen Tagen bereiten sich weltweit Priesteramtskandidaten auf das Sakrament der Priesterweihe vor, das traditionell rund um den 29. Juni - als den katholischen Gedenktag der sogenannten Apostelfürsten Petrus und Paulus - gespendet wird. Auch wenn weltweit gesehen die Zahl der Priester leicht steigt, so hat die römisch-katholische Kirche in vielen Ländern Europas, auch in Österreich, mit einem akuten Priestermangel zu kämpfen. Es mögen wohl verschiedene Gründe sein, die gegen die Entscheidung zum Priesterberuf sprechen - dennoch wird stets einer an erster Stelle genannt: der Zölibat, die verpflichtende Ehelosigkeit von römisch-katholischen Priestern. Eine unabhängige Studie der Linzer Johannes Kepler Universität ergab jetzt: die von dieser Regelung betroffenen - also die Priester selber - lehnen den Pflichtzölibat mehrheitlich ab.
Immer mehr Menschen sind in Österreich auf Pflege angewiesen, im kommenden Jahr werden es rund 800.000 sein. Zugleich fehlt es an qualifizierten Pflegekräften und am entsprechenden finanziellen Engagement. Experten, etwa von Caritas und Diakonie, warnen immer wieder vor einem akuten Notstand im Pflegebereich. Als Pionierin der Pflegewissenschaft in Österreich gilt die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Elisabeth Seidl. Bereits in den 1960er-Jahren hat sie den gesellschaftspolitischen Auftrag der Pflege erkannt. Und sie hatte die erste "pflegewissenschaftliche Professur" an einer Universität in Österreich inne. In diesem Beitrag kommt sie ausführlich über die herausfordernde Pflegesituation in Österreich zu Wort.
Zwei Religionen - ein Religionsunterricht, geht das? In einer deutschen Schule in Kairo wird genau das seit zehn Jahren praktiziert. Bis zu ihrer Matura sitzen dort christliche und muslimische Schüler gemeinsam im sogenannten "kooperativen Religionsunterricht". Unterrichtet werden sie gleichzeitig von einem islamischen und einem christlichen Religionslehrer. In diesem Beitrag erfahren Sie über die Idee, den Erfolg, aber auch über die Grenzen dieses einzigartigen Experimentes.
Im Unterschied zu Auschwitz, Treblinka, Buchenwald oder Mauthausen war das Vernichtungslager Maly Trostinec lange Zeit vergessen und hierzulande weitgehend unbekannt. Und das, obwohl in dem Dorf unweit der weißrussischen Hauptstadt Minsk während der NS-Zeit neben Auschwitz die meisten österreichischen Juden und Jüdinnen ermordet wurden. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes schätzt die Zahl auf rund 9.600. Nicht zuletzt durch das Engagement der Wienerin Waltraud Barton, deren Verwandte dort den Tod fanden, rückt Maly Trostinec nun verstärkt in das öffentliche Blickfeld. Kürzlich hat Waltraud Barton eine Gedenkreise nach Maly Trostinec, sowie eine interreligiöse Trauerfeier organisiert.
Service
Elisabeth Seidl und Sigrid Labenbacher (Hg.): "Pflegende Angehörige im Mittelpunkt: Studien und Konzepte zur Unterstützung pflegender Angehöriger demenzkranker Menschen", Verlag Böhlau, 2007
Wilfried Schepp und Ilsemarie Walter (Hg.): "Multikulturalität in Pflege und Gesellschaft. Zum 70. Geburtstag von Elisabeth Seidl", Verlag Böhlau, 2010
Waltraud Barton
