Vom Leben der Natur
Arbeitsteilung und Feindabwehr. Der Zoologe Karl Crailsheim über die kollektiven Lebensformen der "sozialen Insekten".
Teil 2: Die Vorteile großer Gruppen
Gestaltung: Nicole Dietrich
3. August 2010, 08:55
Es gibt Insekten, die das primäre Ziel der Evolution, nämlich die Fortpflanzung und die erfolgreiche Aufzucht von Nachkommen, nicht allein verfolgen, sondern im Kollektiv bestreiten. Man nennt sie "soziale Insekten", und meint damit unter anderem Bienen, Ameisen und Termiten. Diese Tiere haben ein hochkomplexes System der Arbeitsteilung bei Nahrungssuche, Feindabwehr und Reproduktion entwickelt. Individuen gehören unterschiedlichen Kasten an und erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
In den so genannten "eusozialen" Systemen ist meist nur ein Individuum, die Königin, fruchtbar und überlässt Generationen von unfruchtbaren Arbeiterinnen die Aufzucht ihrer Schwestern. Das macht für den Erhalt des Genpools einer Art evolutionsbiologischen Sinn. Es ergeben sich auch Vorteile für große Insektenkolonien in Bezug auf Raubdruck, Feindabwehr und Krankheitsanfälligkeit.
Service
Univ.-Prof. Dr. Karl Crailsheim
Universität Graz
Institut für Zoologie
Universitätsplatz 2
8010 Graz
Institut für Zoologie
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