Apropos Musik
Im Rampenlicht (3). James Brown at the Apollo, 24. Oktober 1962. Legendäre Live-Auftritte der 60er Jahre, präsentiert und kommentiert von Klaus Wienerroither
20. August 2010, 15:05
Es kocht, brodelt, kreischt, tost, aber in den Sekunden zwischen der Intro der Band und dem Einsetzen der Stimme von James Brown ist es plötzlich mucksmäuschenstill, wie um der Stimme die richtige Absprungrampe zu gönnen ins fast gehauchte "love me", bevor dann wenig später ein stampfend ekstatisch keuchender "Night Train" durch Harlem fährt.
James Brown musste das Konzert im Apollo selbst finanzieren, weil seine Plattenfirma "no commercial potential" im Veröffentlichen einer Live-Platte ohne neue Nummern sah - eine kapitale Fehlschätzung. Gemeinsam mit seiner Vokalband "The Flamous Flames" und mit Arrangements wie an der Grenze von Soul zum zu entwickelnden Funk definierte James Brown mit diesem Konzert eine neue musikalische Stoßrichtung schwarzer Musik.
