Dimensionen - Magazin
1. Wachkoma - Patienten reagieren auf Reize: Was bedeutet das für die Pflege?
2. Wenn Autos miteinander kommunizieren
3. Medien und Migration
4. Zum 100. Todestag des Pragmatisten William James.
Redaktion und Moderation: Franz Tomandl
20. August 2010, 19:06
In Österreich leben rund 1.000 Menschen im Wachkoma. Sie liegen scheinbar apathisch im Krankenbett, können sich kaum oder gar nicht rühren und reagieren auch nicht erkennbar auf ihre Außenwelt. Das in der Fachsprache "apallisches Syndrom" genannte Krankheitsbild ist vielfach die Folge eines Schlaganfalls, eines Herzinfarkts oder einer Schädel-Hirnverletzung. In seltenen Fällen wachen Patienten nach Jahren aus dem Wachkoma auf, vielfach zeigt sich nach Außen hin aber keine Besserung bei den Betroffenen. Deshalb ist von außen auch schwer abzuschätzen, ob ein Wachkomapatient seine Umwelt überhaupt noch wahrnehmen kann. Untersuchungen mit Hilfe modernster bildgebender Verfahren haben in München gezeigt, dass manche Patienten in ihrer Gehirnaktivität wie Gesunde auf Reize reagieren, aber sich nicht mitteilen können. Eine Erkenntnis, die zu einem Umdenken im Umgang mit oft als aussichtslos abgetanen Fällen führen könnte. Mit Wilhelm Vossenkuhl, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker, München. Autor: Franz Zeller.
GPS erleichtert die Orientierung beim Autofahren, Sicherheitssysteme in Fahrzeugen werden immer aufwendiger und in jedem Wagen stecken etliche Computer. Autos sind schon lange nicht mehr nur ein bisschen Blech, Eleganz und Mechanik. Immer mehr Elektrotechnik und Informatik soll das Fahren sicherer und komfortabler machen. Am deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen bei München arbeiten Techniker derzeit an einem weiteren System: Bei ihm sollen Fahrzeuge direkt miteinander kommunizieren. Dadurch sollen sich Staus und Unfälle vermeiden und Ziele rascher erreichen lassen.
Als kriminell, als Verfechter archaischer Lebensformen und generell als "anders" und "bedrohlich": So werden Migrantinnen und Migranten in europäischen Massenmedien meist dargestellt, zeigen Inhaltsanalysen der medialen Berichterstattung. Das Fallbeispiel Slowenien verdeutlicht, wie nach jahrzehntelanger stereotypisierender und kriminalisierender Darstellung von Migranten ein langsamer Wandel in der Berichterstattung eintritt. Die dafür verantwortlichen Hauptakteure: Medienwissenschafter und die Wirtschaftskrise. Mit Brankica Petkovic, Medienwissenschaftlerin, Mirovni Institut, Ljubljana. Autorin: Tanja Malle.
William James gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Philosophie. Der 1842 in New York geborene James hat gemeinsam mit Charles Sanders Peirce die philosophische Strömung des Pragmatismus begründet. In Europa wurde diese Strömung lange Zeit kaum rezipiert. Zum 100. Todestag von William James am 26. August wurde nun an der Technischen Universität Dortmund ein William James Forschungszentrum eingerichtet. Es ist das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum. Mit Logi Gunnarsson, Leiter des Forschungszentrums. Autor: Lukas Wieselberg.
