Praxis - Religion und Gesellschaft
Iran: 20 Jahre Haft für Mitglieder der Bahai-Religion. Gestaltung: Ursula Baatz Taizé - spiritueller Magnet seit 70 Jahren. Gestaltung: Andreas Mittendorfer Bruderzwist beigelegt - die führenden Patriarchen der Orthodoxie beenden ihren Konkurrenzkampf. Gestaltung: Brigitte Krautgartner Die Endlichkeit - Schreckgespenst oder Lebensgrundlage? Gestaltung: Sebastian Fleischer
Bischof Weberberger: "Bei den Armen zu Hause". Gestaltung: Alexandra Mantler-Felnhofer
20. August 2010, 22:15
Zwei Frauen und fünf Männer sind im Iran wegen angeblicher "Spionage für Ausländer" und "Kooperation mit Israel" vor Gericht gestellt und verurteilt worden. Die Europäische Union und die USA hatten das Vorgehen scharf kritisiert. Die österreichische Bahai-Gemeinde zeigt sich über das Urteil "schockiert", alle Anklagepunkte werden entschieden zurückgewiesen. Die Bahai würden vom Regime der Islamischen Republik Iran wegen ihrer Religion diskriminiert und unterdrückt.
Die Aussöhnung der christlichen Kirchen, europäische Verständigung und ein einfaches Leben, das waren zentrale Anliegen von Frère Roger Schutz, dem Gründer der ökumenischen Brüdergemeinschaft von Taizé in Frankreich. Am 16. August 2005 wurde er von einer mutmaßlich psychisch kranken Frau während des Abendgebetes in Taizé getötet. In dieser Woche fand in Taizé ein feierliches Gedenken an ihn statt. Ebenso erinnerte man daran, dass Frère Roger vor 70 Jahren das erste Mal in den kleinen Ort im französischen Burgund gekommen war. Die Gemeinschaft von Taizé zieht Jahr für Jahr tausende Jugendliche an. Wir haben mit jungen Erwachsenen über die "Faszination Taizé" gesprochen.
Zwischen dem griechisch orthodoxen Patriarchat von Konstantinopel und dem russisch-orthodoxen Patriarchat von Moskau hat es über eine lange Zeit hinweg Spannungen gegeben. Während Konstantinopel aus historischen Gründen eine vorrangige Stellung zukommt, zählt Moskau bei weitem die meisten Gläubigen. Bei einem historischen Besuch haben sich die beiden Kirchenoberhäupter nun versöhnt. Und auch für die orthodoxen Christen in der Türkei, die historisch gesehen griechische Wurzeln haben, gibt es entscheidende Verbesserungen.
Das menschliche Leben ist geprägt von Brüchen und Grenzen. Das Wissen um den eigenen Tod, das Scheitern von Beziehungen, die Begrenztheit unserer Möglichkeiten: All das sind Erfahrungen von Endlichkeit. Wir haben Angst vor dem Ende, obwohl wir wissen, dass es zu unserem Dasein gehört. Und doch macht gerade die Erfahrung von Endlichkeit das Leben kostbar, wird alles, was knapp ist - wie natürliche Ressourcen und Güter - als besonders wertvoll angesehen. Aus unterschiedlichsten Perspektiven haben sich die Salzburger Hochschulwochen in diesem Jahr mit dem Phänomen der Endlichkeit befasst.
Der aus Oberösterreich stammende Bischof der brasilianischen Diözese Barreiras Richard Weberberger starb am vergangenen Dienstag. Er war als Anwalt der Armen und als Kritiker eines schrankenlosen Kapitalismus bekannt. Ein gläubiges Leben war für ihn "ohne Option für die Armen nicht möglich".
