Leporello

Menschen - Moden - Lebenskunst.
Die Gans im Gegenteil * 80 Jahre Karl Marx-Hof

Die Gans im Gegenteil
Wolf Haas war in jungen Jahren alles andere als ein Bücherwurm. Als Kind hat er Lesen gehasst. Prägenden Eindruck hinterließen vielmehr die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY. ungelöst" und die - damals skandalverdächtige - "Humanic"-Werbung. Da überrascht es umso mehr, dass Haas seinen Lesern nach sieben Krimis und einem Liebesroman nun ein gereimtes Kinderbuch vorlegt. Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Gans: "Die Gans im Gegenteil". Immer dann, wenn andere in Not sind, ist die Gans zur Stelle. Diesmal ruft ein Fuchs sie zu Hilfe, er hat ein Frisurproblem. "Das ist eigentlich mein erster autobiografischer Text", erzählt Haas. "Als Kind war es schon furchtbar, wenn nur ein Haar in der Früh komisch weg gestanden ist. Da hat man sich fast nicht in die Schule getraut. Und aus diesem Drama wollte ich die Geschichte machen." Illustriert hat das Bilderbuch die Salzburger Künstlerin Teresa Präauer. Die enge Zusammenarbeit mit der Zeichnerin habe ihn vor allem an seine Zeit als Werbetexter erinnert, erzählt Haas. Auf eine umfassende Zielgruppenanalyse hat Haas jedoch getrost verzichtet: "Ich glaube, richtige Kinderbuchautoren nehmen Rücksicht auf das Alter der Kinder. Ich hab das einfach so geschrieben, wie es mir gefällt. Vielleicht ist es auch eher ein Buch für kindische Wolf Haas-Leser, als für echte Kinder." Gestaltung: Claudia Gschweitl

80 Jahre Karl Marx-Hof
Zu den kommunalen Einrichtungen des Karl-Marx-Hofes in Wien gehören - neben Arztpraxen, Kindergärten, Bibliotheken und Beratungsstellen - auch Waschsalons. Im Erdgeschoß des Waschsalons Nr. 2 wird immer noch gewaschen. Im oberen Geschoß befanden sich früher - bevor die Wohnungen mit eigenen Duschen versehen wurden - die Brausen und Wannenbäder. Nun wurden die Räumlichkeiten renoviert und ein kleines, liebevoll gestaltetes Museum darin untergebracht, das die Geschichte des Karl-Marx-Hofes dokumentiert und über das Rote Wien informiert. Zusammengestellt wurde die Dauerausstellung "das rote wien" von Lilli und Werner T. Bauer. Gestaltung: Anna Soucek

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