matrix - computer & neue medien
1. Spiele als Gesellschaftsmodelle. Ein Bericht von der Vienna Games Conference FROG. Gestaltung: Margarita Köhl und Daniel Hufler
2. iPad versus Kindle oder: Auf der Suche nach dem E-Book Markt. Gestaltung: Wolfgang Ritschl
3. Oktober 2010, 22:30
1. Jede Gesellschaft hat ihre Spiele. Spiele bilden gesellschaftliche Realität in übertragener Form ab. Inwieweit kann also das Computerspiel als Gesellschaftsmodell der Gegenwart betrachtet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich "matrix" anlässlich der diesjährigen "FROG", der Vienna Games Conference, bei der sich heuer von 24. bis 26. September wieder alles um's Computerspielen drehte. Schon zum vierten Mal trafen sich bei dieser internationalen Fachtagung im Wiener Rathaus Wissenschafter, Game Designer, Spielende und Sozialpädagogen, um die Verflechtungen von Spiel und Gesellschaft auszuloten.
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Computerspiele zunehmend für Prozesse öffentlicher Kommunikation relevant werden. In Computerspielen gibt es verschiedenste Formen politischer Zusammenschlüsse und Entscheidungsfindungsstrukturen. Insbesondere MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games) bieten Möglichkeiten, gesellschaftspolitische Strukturen zu etablieren. Welche Auswirkungen haben diese, in Spielwelten entwickelten, Strukturen auf die Sozialisation und politische Identität? Wie kann das gesellschaftspolitische Potenzial virtueller Spielwelten genutzt werden? Damit befassen sich Margarita Köhl und Daniel Hufler in "matrix".
2. Kulturverfall! Das Lesen wird sozial. Auf e-Readern wie dem Amazon Kindle kann man seine Lieblingsstellen unterstreichen und diese als "Popular Highlights" anderen zukommen lassen. Wer ein Buch elektronisch liest, sieht also auch, wie andere dieses Buch gelesen haben. Eine Ablenkung, die das Leseerlebnis beeinträchtigt, meinen Kritiker wie Nicholas Carr. Multitasking, meint er in seinem Buch "Wer bin ich, wenn ich online bin" würde einen hohen Preis fordern, Hochkultur und Wissenschaft würden dadurch beeinträchtigt. Nicholas Carr wird nächste Woche zu Gast sein auf der Frankfurter Buchmesse, auf der wieder einmal die Angst vor den E-Books umgehen wird. Geschäftsmodelle werden sich ändern, aber auch die Art und Weise, wie gelesen wird. Wolfgang Ritsch hat einen Buchmarkt-Experten dazu befragt, wo er denn ist, der Markt für elektronische Bücher und sich die zwei populärsten e-Reader näher angesehen.
