Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft
Was von der Arbeiterbewegung geblieben ist. Und welche Erinnerungen daran in der Gesellschaft nachwirken, und welche nicht. Eine Spurensuche von Wolfgang Slapansky
7. Oktober 2010, 19:06
Die Geschichte der Arbeiterbewegung ist die Geschichte von Klassenkampf, von Forderungen nach Verbesserungen der Lebensbedingungen und nach einer Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Zu den zentralen Forderungen der Arbeiterbewegung zählten allgemeines Wahlrecht, Mindestlöhne, Achtstundentag, Kündigungsschutz.
Antifaschismus, Antikapitalismus und Antiimperialismus waren die politischen Leitlinien der Arbeiterkultur. Die politischen Auseinandersetzungen der Zwischenkriegszeit haben der Arbeiterbewegung ein jähes Ende gesetzt, nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die politische Massenbewegung nicht mehr an ihre lange Tradition anschließen. In der Retrospektive wird aus dem großen Fundus der Ideen und Projekte eine Auswahl getroffen und in Jubiläen und in eine "offizielle" Erinnerung gegossen. Welche Episoden aus der Geschichte angesprochen werden, an welche also "erinnert" wird, zeige auch das aktuelle politische Klima. Eine These der Forscher: Eine Vielzahl an Erinnerungen, weil es keine Perspektive für eine politische Zukunft gibt?
Mit den Historikern Berthold Unfried, Wien; Helmut Konrad, Graz; Bernd Faulenbach, Bochum; Jürgen Kocka, Berlin; Bruno Groppo, Paris; Jürgen Mittag, Bochum; Andreas Eckert, Berlin; Berthold Molden, Wien; David Mayer, Wien.
