Dimensionen - Magazin
1. Über stotternde Menschen
2. Gedankengesteuerte Prothesen - Fortschritte in der Bionik
3. Jede dritte ausgestorben geglaubte Tierart taucht wieder auf
4. Erinnerungen eines Wehrmachtssoldaten
Redaktion: Franz Tomandl
15. Oktober 2010, 19:06
Sie haben keine Lobby. Sie treffen sich nicht wie medizinische Tagungen im noblen Kongresscenter Berlin, sondern am Rande einer Innenstadtbrache in einer jugendherbergsähnliche Unterkunft der Stadtmission. Weil, so könnten böse Zungen behaupten, es zu lange dauert, bis sie ihr Anliegen vorgebracht haben. In unserer hektischen Zeit hat kaum noch jemand Geduld, Stotterern zuzuhören. Anders unser Berliner Mitarbeiter. Er war an Ort und Stelle, als auf dem Jahreskongress der Stotterer über Ursachen und Folgen des Stotterns diskutiert wurde. Mit Andreas Ivanjean, Bürokaufmann, 37 Jahre, Stotterer Martin Sommer, 41 Jahre, Oberarzt, Stotterer, klinische Neurophysiologie. Autor: Uwe Springfeld.
Vor kurzem tagte in Wien ein hochkarätig besetztes interdisziplinäres Symposium zum Thema "neuromuskuläre Rekonstruktion". In diesen Aufgabenbereich der Nerven- und Muskelchirurgie fallen etwa die Transplantation von Muskeln, der Nerventransfer oder der Einsatz gedankengesteuerter "bionischer"-Prothesen. Diese High-Tech Innovation ermöglicht es den Betroffenen, etwa einen schwer geschädigten oder gelähmten Arm nach einer Verletzung aktiv wieder bewegen zu können. Moderne Sensoren verfeinern diese spektakuläre Technik zusehends. Aus einer ganzen Palette neuer Rekonstruktionstechniken kann heute in vielen Fällen eine akzeptable Funktion wieder hergestellt werden. Österreich nimmt dabei in dieser Forschungsrichtung weltweit einen Spitzenplatz ein. Mit Manfred Frey; Univ- Klinik für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie AKH Wien. Autor: Ronny Tekal-Teutscher.
Wenn jemand gebeten wird, einmal alle ihm bekannten Tierarten aufzuzählen, dürften wohl nur Biologen auf mehr als hundert verschiedene Spezies kommen. Hält man sich nun vor Augen, dass genauso viele Arten täglich unwiederbringlich vom Erdboden verschwinden, wird das ganze Ausmaß des Rückgangs an Biodiversität auf der Erde sichtbar. Oder andersherum: Genausoviele Arten, wie ein normal gebildeter Mensch aufzählen könnte, sterben an jedem Tag aus. Jedes vierte Säugetier und jeder achte Vogel sind aktuell vom Aussterben bedroht. Doch es gibt auch Positives - denn bisweilen werden verschwunden geglaubte Arten auch wiederentdeckt. Und gemäß den Erkenntnissen australischer Biologen geschieht dies sogar in jedem dritten Fall. Mit Diana Fisher, Universität von Queensland, Australien. Autor: Guido Meyer
Durch den Angriffs- und Vernichtungskrieg der nationalsozialistschen Deutschen Wehrmacht gegen die Sowjetunion starben 27 Millionen Sowjet-Bürger: Soldaten auf den Schlachtfeldern, Kriegsgefangene in Lagern Nazi-Deutschlands und Österreichs, Zivilisten, Juden, die in der Heimat ermordet oder in KZs umgebracht wurden. Die Ausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht", die von heftigen Kontroversen begleitet wurde, zeigte in den 90er Jahren zum ersten Mal sehr deutlich, dass der in Österreich und Deutschland jahrzehntelag aufrechterhaltene Mythos von der "sauberen Wehrmacht" nicht stimmt, und es nicht nur -wie es immer hieß - "die, die hinten nach kamen": sprich die SS-Brigaden - für die Gräuel an der Ostfront verantwortlich waren. Seit kurzem liegen die Lebenserinnerungen eines Wehrmachtssoldaten an die Ostfront vor. Die Aussagen dieses Zeitzeugen werden durch ein ausführliches Nachwort des Leiters der Wehrmachtsausstellung Hannes Heer historisch eingeordnet.
Luis Raffeiner: Wir waren keine Menschen mehr - Erinnerungen eines Wehrmachtssoldaten an die Ostfront. Aufgezeichnet von Luise Ruatti. Mit einem Nachwort von Hannes Heer. Raetia Verlag, Bozen.
