Beispiele

Literarische Neuerscheinungen aus Österreich. "Letzte Freunde". Von Sylvia Geist. Es liest Gundula Rapsch. Gestaltung: Julia Zarbach. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

Ein Altenpfleger verhilft mit verbotenen Substanzen einer alleinstehenden Rentnerin zu ein wenig Glück; eine Frau steht vor der Entscheidung zwischen ihrem Mann und einem Hund, der ihr in einer sich beängstigend rasch verändernden Umgebung Schutz zu bieten scheint; eine Millionärin nimmt eine Geisel, um Rechenschaft für den an ihr begangenen Verrat zu fordern. Befremdlich und unerwartet sind die Begegnungen, von denen die Geschichten erzählen, zufällig, grotesk und gefährlich. Die Protagonisten wenden sich im Versuch, dem Unfassbaren zu begegnen, an Figuren, die sie stets zu umgeben scheinen, sich ihnen dennoch ebenso entziehen; die Schaden, gar fleischliche Wunden anrichten und damit zugleich auf die Befreiung aus einer übermächtigen Betäubung hoffen lassen.

Bruchstückhaft setzen sich die Biografien von Menschen zusammen, zersetzt vom Verlust der Vergangenheit und dem drohenden Kommenden, bis an den Punkt, an dem der Mut zu jener Nähe da ist, die nur unter Freunden möglich scheint.

Sylvia Geist, geboren 1963 in Berlin, Studium der Chemie, dann der Germanistik und Kunstgeschichte an der TU Berlin. Von ihr erschienen Gedichtbände sowie Herausgaben. Für ihre Lyrik wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Lyrikpreis Meran 2002 (mit Oswald Egger), einem Stipendium im Künstlerhaus Edenkoben 2006, der Ehrengabe der Schillerstiftung 2008, dem Stipendium des Kunstfördervereins Donnersbergkreis 2010 sowie dem Aufenthaltsstipendium der Stiftung kunst:raum syltquelle. Sylvia Geist lebt als freie Autorin in Hannover.

Service

Sylvia Geist, "Letzte Freunde", Luftschacht Verlag

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