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"Marcus' Wagen". Der einsame Kampf des österreichischen Publizisten Alfred Buberl um das angeblich erste Automobil der Welt. Von Christian Lerch

Der niederösterreichische Kraftfahrzeugpublizist Alfred Buberl lebte über 50 Jahre mit einer eigenwilligen historischen Überzeugung: Nicht die hinlänglich als Erfinder des Automobils geltenden Herren Gottlieb Daimler und Carl Benz, sondern der in Wien tätige Techniker und Erfinder Siegfried Marcus hätte mit seinem Marcuswagen den Grundstein modernen Verkehrswesens gelegt.

Marcus hätte schon 1875 ein benzinbetriebenes Fahrzeug gebaut, mehrere Jahre vor Daimler und Benz. Für Wissenschafter gilt diese Datierung jedoch als historisch unhaltbar. Doch Alfred Buberl blieb überzeugt - und wer seiner Theorie nicht zustimmt, ist Teil einer Verschwörung gegen den Visionär Siegfried Marcus und gegen ihn selbst.

Eine Wahrheit wurde zur Leidenschaft, ein Objekt zum Lebensmittelpunkt. Natürlich, geht es ja um nichts Geringeres als um die Erfindung des Menschen liebsten Spielzeugs: des Automobils.

Übrigens: Offiziell wurde vor 125 Jahren, am 29. Jänner 1886, von Carl Friedrich Benz das erste Patent für ein benzingetriebenes Kraftfahrzeug mit Viertaktmotor angemeldet.

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Autor: Christian Lerch, geboren 1978 in Bregenz. Lebt als Feature-Autor in Wien und Berlin.

Åke-Blomström-Preis 2008, "Featurepreis '10" der Stiftung Radio Basel. Zuletzt nominiert für den CNN Journalist oft the Year Award 2011: "Verkauft! Wie Ayub, Akhdar, Ahmed und Abu Bakr im Gefangenenlager Guantánamo Bay landeten" (Produktion ORF/SWR/WDR 2009).

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