Hörspiel-Studio

"Alleine bin ich viel" von Andreas Jungwirth. Mit Eva Meckbach, Christoph Gawenda, Corinna Kirchhoff, Judith Hofmann, Lena Vogt, Claudius von Stolzmann und Christian Grashof. Musik: Christian Mevs, Regie: Harald Krewer

In Zeiten von E-Mail, Facebook und Twitter mutet eine Sammlung von Briefen ziemlich altmodisch an. Doch als der junge österreichische Schauspieler im Sommer 1990 sein erstes Engagement im Nordosten Deutschlands antritt, gibt es für ihn nur die Möglichkeit, Briefe zu schreiben. Georg schreibt an seine Mutter, seine Schwester, seine Kommilitonen und Freunde - und an den polnischen Geliebten.

Seine Erfahrungen mit dem ersten Theaterengagement in der tiefsten Provinz sind ziemlich ernüchternd, und um seine Enttäuschungen und Schwierigkeiten in dieser für ihn befremdlichen Welt kreisen anfänglich die Briefe. Die Theatertourneen bringen ihn auf zeitgeschichtliche Spuren, er reflektiert das Leben in Zeiten der Wiedervereinigung, vergleicht den unterschiedlichen Umgang beider Länder mit ihrer Vergangenheit. An einer neu eingeführten Visumpflicht für Polen und der langen Zeit des Getrenntseins droht schließlich seine Beziehung zu scheitern. Zu all den Hoffnungen, Träumen und Reflexionen kommt noch die Angst vor den Folgen des ersten Irakkrieges. Georg beginnt die Briefe zu kopieren, "damit etwas bleibt".

Hunderte von Briefen, die der österreichische Autor Andreas Jungwirth tatsächlich geschrieben hat, bilden das Ausgangsmaterial für dieses "Hörspiel nach Briefen aus der Vergangenheit". Verändert und um Halbdokumentarisches und Fiktives ergänzt, ergeben sie ein vielstimmiges Porträt eines jungen Erwachsenen Anfang der Neunzigerjahre. (DLR 2011)

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