Zeit-Ton

In memoriam Francis Burt. Gestaltung: Ursula Strubinsky

Vergangenen Mittwoch ist der Komponist Francis Burt 86-jährig verstorben. Seit 1956 lebte der gebürtige Brite in Österreich. Von 1973 bis 1992 unterrichtete er an der Wiener Musikuniversität Komposition. Zu seinen Studenten gehörten u. a. Mauricio Sotelo, Jorge Sánchez-Chiong und Richard Dünser.

In Francis Burts Oeuvre finden sich Kompositionen für die verschiedensten Besetzungen. Das Schaffen von musikdramatischen Werken war aber Francis Burt ein besonderes Anliegen. Bereits mit 26, also noch während seiner Studienzeit bei Boris Blacher in Berlin, begann er an seiner ersten Oper "Volpone" zu schreiben. Über ein Jahrzehnt hat Francis Burt an seiner jüngsten Oper "Mahan" gearbeitet. 2007 hat er sie vollendet.

Der Komponist charakterisierte seine Musiksprache einmal so: "Ich schreibe jetzt in einem Stil, der in irgendeiner Weise von elektronischer Musik beeinflusst ist: schwebend, mit nur wenig spürbarem Puls, jedoch mit Klangbändern, -flächen und einer zunehmenden Überlagerung von Linien zu einem polylinearen Gefüge. Dennoch bleibt die Geste Ausgangspunkt für all meine Arbeit.

In irgendeiner Bedeutung des Wortes war meine Musik immer tonal. Die letzten Reste der klassischen funktionalen Harmonie, die in ‚Volpone' oft ironisch angewendet wurden, haben sich über die Jahre aufgelöst, aber im Sinne von Tonalität als Spannungsphänomen - und nicht nur als Synonym für funktionale tonale Harmonik - sind Spannungszentren beinahe immer spürbar."

Service

Hompage Frances Burt

Hompage Universaledition

Sendereihe