Hörspiel-Studio

"Alles muss anders werden." Von Andreas Renoldner. Mit Hans Piesbergen und Stefano Bernardin. Regie: Eva Garthe

Es kam wie es keinesfalls hätte kommen dürfen: Der Mittvierziger Paul ist zum ersten Mal seit seiner Scheidung alleine unterwegs und hat keine bessere Idee, als - wie all die Jahre davor - nach Griechenland zu fahren, ohne Frau und ohne Kinder.

Am Tag vor der Abfahrt der Fähre nach Patras trifft Paul auf Renato und nimmt den schönen jungen Mann nach Griechenland mit. Sehr schnell wird aus der Bekanntschaft ein erotisches Abenteuer, was Paul - bis vor kurzem verheiratet und immerhin Vater zweier Kinder - nicht versteht. Doch die körperliche Anziehung, die gelebte und erlebte Lust, ist vorübergehend stärker als seine Zweifel.

Renato jedoch, der schöne schwule Renato, betrachtet das Leben offenbar als Spiel. Er spielt mit Identitäten, er spielt mit dem verunsicherten Paul, er lügt, stiehlt, trickst und täuscht. Um seine innere Ordnung wieder herzustellen entwickelt Paul feindliche Gefühle gegenüber Renato. Am Ende, auf dem Weg zurück nach Deutschland, treibt er seinen jungen Geliebten in die Enge.

In seinem Stück "Alles muss anders werden" spielt der österreichische Autor Andreas Renoldner mit der Fragilität von Identitäten. Oder anders gesagt: Seine Spielanordnung weist darauf hin, dass neue Erfahrungen das eigene Selbstbild gefährden können. Selbst dann, wenn das Reiseziel stets dasselbe bleibt. (ORF 2012)

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