Motive - Glauben und Zweifeln

"Zwischen Mystik und Engagement" - Zum 10. Todestag von Dorothee Sölle. Gestaltung: Ursula Baatz

Theopoetin wurde sie mitunter genannt, Theologin und Poetin mit politischer Botschaft. Die evangelische Theologin Dorothee Sölle gehörte zu den bedeutendsten Theologinnen des 20. Jahrhunderts. Am 27. April vor zehn Jahren ist sie gestorben. Sie war eine der profiliertesten Sprecherinnen des "anderen Protestantismus".

Ihr Engagement für den christlich- marxistischen Dialog brachte sie in Widerspruch zur evangelischen Kirchenleitung. Seit 1975 lehrte sie, da ihr eine Professur in Deutschland verwehrt blieb, am Union Theological College in New York als Nachfolgerin von Paul Tillich. Ihr Eintreten für Gerechtigkeit machte sie zu einer wichtigen Stimme der "Theologie der Befreiung", aber auch der feministischen Theologie. Nicht nur in erfolgreichen theologischen Büchern, sondern auch in Gedichtbänden versuchte sie, eine der heutigen Zeit angemessene Spiritualität auszudrücken.

"Mystik und Widerstand" hieß ihr bekanntestes Buch, in dem sie für eine neue, politisch wache Mystik plädierte. Im Gespräch mit Ursula Baatz entwickelte sie wenige Jahre vor ihrem Tod ihr politisches und religiöses Credo.

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