Hörspiel-Studio

"Sprachlabor Babylon". Von Till Müller-Klug. Mit Lavinia Wilson, Matthias Mattschke, Maren Kroymann. Regie: Thomas Wolfertz, Komposition: Ekkehard Ehlers

Fast acht Milliarden Menschen haben zumindest eine, manche sogar mehrere. Alle Erdenbürger besitzen - auch wenn sie sonst nichts haben - zumindest eine Sprache. Eigentlich gibt es gar keinen Grund ausgerechnet die Sprache den marktwirtschaftlichen Verwertungsmechanismen zu entziehen.

Wörter, Begriffe und Wendungen können entwickelt, vermarktet und verkauft werden. Der deutsche Autor Till Müller-Klug hat das rechtzeitig erkannt und das "Sprachlabor Babylon" erfunden. Es ist - in seinem Hörspiel zumindest - der führende Entwickler auf dem Markt. Kunstsprachen wie "Hochleistungsdeutsch" oder "Überzeugungszunge" sind seine erfolgreichen Produkte, die sich der Kunde direkt vom Mobiltelefon in das Sprachzentrum des eigenen Gehirns übertragen lässt. Für jede Lebenssituation die passende Sprache. Wer sich die teuren Sprachprodukte nicht leisten kann, ist auf die öffentlich subventionierte Sparsprache angewiesen. Und deren Verteilung wird streng rationiert - denn "Wortschatz" hat buchstäblich mit Reichtum zu tun. Aber auch die Sprachwirtschaft ist anfällig für Krisen und subversive Verbalattacken ... (Prod. WDR 2011)

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