Digital.Leben

"Überall ist Widerstand"
Wie die sozialen Medien die türkische Zensur unterlaufen
Gestaltung: Sarah Kriesche
Moderation und Redaktion: Franz Zeller

"Hier geht es nicht um einen Park. Es geht darum, dass unsere Stimmen nicht gehört werden. Es geht um den Missbrauch von Macht, es geht um die Zensur der Medien und dass Minderheiten nicht beschützt werden - es geht hier um Demokratie".

Das kann man auf Flugzetteln lesen, die auf den Straßen Istanbuls, aber auch über das Internet verteilt werden, um die Hintergründe der eskalierten Situation zu erklären: Ereignisse, die im Gezi Park, in Istanbul, ihren Ursprung nahmen. Eine Handvoll Bürger/innen demonstrierte dort gegen den Abriss von Bäumen. Ein kleiner Park, eine der letzten Grünflächen in diesem Gebiet, sollte einem Einkaufszentrum weichen.

Das Auftauchen der Polizei führte dazu, dass sich mehr Menschen an den Demonstrationen beteiligten, was schließlich in Massenproteste sowie Polizeigewalt ausartete, bei welchen bis jetzt mindestens zwei Menschen ums Leben kamen.

Die Bürger/innen wollen mittlerweile mehr als den Park retten - sie wollen mehr Demokratie, die ihnen von der Regierung Erdogans scheibchenweise genommen wurde. Bis vor kurzem schwiegen die türkischen Medien die Vorfälle tot. Zu stark ist die staatliche Kontrolle. Einmal mehr wurde das Internet zu einem wichtigen Nachrichtenmedium. Über die Sozialen Medien wurden, Nachrichten und Bilder veröffentlicht, sowie sicher Internet-Zugänge bereitgestellt, aber auch Regierungsseiten lahmgelegt um dem Unmut über die Zensur Ausdruck zu verleihen. Jüngst gab es Razzien in 36 Wohnungen, und 16 Menschen wurden wegen der Verbreitung von Inhalten auf Social Media Plattformen wie Twitter verhaftet, wie Sarah Kriesche berichtet.

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