Europa-Journal

1. Deutschlands Drohnendebakel
2. Euro-Rettung - um welchen Preis?
3. Europa: Das Geschäft mit den Tomaten
4. Bio-Boom in Tschechien
Moderation: Cornelia Krebs



Deutschlands Drohnendebakel

Es sollte ein Quantensprung für die Luftaufklärung der deutschen Armee sein: ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug so groß wie ein Passagierjet. Mehr als 500 Millionen Euro hat Deutschland für die Entwicklung dieser Drohne mit dem Namen "Euro Hawk" bisher investiert. Vergebens, denn der Falke wird nie abheben, weil es massive Probleme mit der Zulassung für den europäischen Luftraum gibt. Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat das gescheiterte Projekt sehr spät gestoppt und ist dadurch selbst stark unter Druck gekommen. Die Opposition hat drängende Fragen: Wer hat die Riesenschlamperei einfach durchgehen lassen und durch krasse Inkompetenz Steuergeldmillionen verschwendet? Sollte Thomas de Maizière diese Fragen nicht zufriedenstellend beantworten, wird es eng für den sehr angesehenen Politiker. Birgit Schwarz berichtet über den politischen Überlebenskampf eines wichtigen Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel, der bisher auch als ihr möglicher Nachfolger gehandelt wurde.


Euro-Rettung - um welchen Preis?

Seit drei Jahren laufen die Finanzierungsprogramme des Euro-Raums für angeschlagene Mitgliedsstaaten. Mit etwa 400 Milliarden Euro haben die Europäer die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands, Irlands und Portugals abgewendet und geholfen, die spanischen Banken zu stabilisieren. Doch die damit verbundenen Kürzungsprogramme haben zu schweren sozialen Verwerfungen geführt. Erstmals hat jetzt der Brüsseler Think Tank "Bruegel" eine Bilanz der Euro-Hilfsaktionen gezogen. Guntram Wolf ist einer der Autoren der Studie. Raimund Löw hat mit ihm über die Ergebnisse gesprochen und ihn gefragt, ob der schlechte Ruf, den die für die Überwachung zuständige sogenannte Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hat, zur Recht besteht.


Europa: Das Geschäft mit den Tomaten

Warum importiert das Agrarland Rumänien Tomaten aus den Niederlanden? Und warum bleiben die kleinen Gemüsebauern auf ihren rumänischen Paradeisern sitzen? Um das zu verstehen hat die niederländische Autorin Annemieke Hendriks den Weg der Tomate vom Samen bis zum Verkaufsregal nachverfolgt. Sie ist dabei auf verschlungene Wege bei der Produktion und dem Handel von Frischgemüse in Europa gestoßen, wo unter Umständen ein und dieselben Tomaten zuerst exportiert und dann wieder zurückimportiert werden und wo einige Wenige das große Geschäft machen. Welche Rolle die EU mit ihren Subventionen dabei spielt, fasst sie gerade in einem neuen Buch mit dem Titel "Die Biografie der Tomate" zusammen. Karin Fischer hat mit Annemieke Hendriks gesprochen.


Bio-Boom in Tschechien

Lange hat sich in den mittel- und osteuropäischen Ländern niemand für Bio-Produkte interessiert. Auch, als sie in Österreich schon längst ihr Nischendasein verlassen hatten, waren ökologische Lebensmittel dort schlicht nicht zu bekommen, weil die Nachfrage zu gering war. Jetzt ändert sich das: Tschechien erlebt einen regelrechten Bio-Boom - ein Phänomen, das Soziologen auch als Zeichen für die Reife einer Gesellschaft erkennen. Ein Treffen mit den Pionieren der aufstrebenden Branche. - Ein Beitrag von Kilian Kirchgeßner

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