Europa-Journal

1. EU will Jugendarbeitslosigkeit eindämmen
2. Kroatiens Weg nach Europa
3. Vukovar: Kroatiens schwelende Wunde
Moderation: Karin Fischer


EU will Jugendarbeitslosigkeit eindämmen

Der bevorstehende EU-Gipfel Ende Juni soll sich laut EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso intensiv mit dem Thema Jugendarbeitslosigkeit und Beschäftigung auseinandersetzen. Bei 26 Millionen Europäern ohne Job, davon fast sechs Millionen Jugendliche, braucht es dringend soziale Maßnahmen.
Es gibt mehrere Vorschläge - von der EU-Kommission, von einzelnen Ländern wie Deutschland und Frankreich - wie man die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessern könnte. Gemeinsam ist allen klar, dass sie Geld kosten, viel Geld und das in Zeiten, wo Sparen angesagt ist. Wie also kann die EU die Krise überwinden und Jobs, vor allem für junge Menschen, schaffen? Karin Fischer hat darüber mit dem Wirtschaftswissenschafter Markus Marterbauer von der Arbeiterkammer Wien gesprochen.

Kroatiens Weg nach Europa

Der 1. Juli gilt als historisches Datum für Kroatien: Das Land wird nach langen Verhandlungen das 28. EU-Mitgliedsland. Doch die Euphorie ist - dank Finanz- und Wirtschaftskrise - nicht mehr so groß wie noch zu Verhandlungsbeginn. Trotzdem wird der Beitritt Friede und Stabilität garantieren, ist die kroatische Autorin Slavenka Drakulic überzeugt - kein unwesentlicher Faktor für ein Land, das sich noch vor zwei Jahrzehnten in einem erbitterten Krieg mit seinen Nachbarn befunden hat.
Doch sind die Gräben heute überwunden? Haben die Kroaten je zu einer eigenen Identität gefunden? Oder werden sie jetzt einfach Europäer? Cornelia Krebs hat mit Slavenka Drakulic über Kroatiens Zukunft gesprochen.


Vukovar: Kroatiens schwelende Wunde

Wie kaum eine andere Stadt verkörpert Vukovar die Schrecken und langfristigen Folgen der Kriege im ehemaligen Jugoslawien. Serbische Milizen verübten nach dem Fall der Stadt 1991 ein Massaker an 200 Zivilisten, Vukovar wurde weitgehend zerstört. Heute leben in Vukovar knapp 28.000 Einwohner, ein Drittel davon sind Serben.
Die Versöhnung mit der serbischen Minderheit war lange vom Streit um zweisprachige Ortstafeln gelähmt. Kroaten und Serben leben eher nebeneinander als miteinander, mit eigenen Kaffees, Kindergärten und Schulen. Christian Wehrschütz hat Vukovar besucht und das Porträt einer Stadt gezeichnet, die erst langsam zusammenwächst, in der aber beide Volksgruppen gemeinsam unter dem Fehlen einer sozialen Perspektive leiden.

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