Dimensionen - die Welt der Wissenschaft
1. Wie man Angst durch Neurofeedback abbaut
2. Besser hören dank Klimawandel?
3. Parallelgesellschaften als Folge prekärer Beschäftigung
4. KZ-Archäologie
Redaktion und Moderation: Franz Tomandl
21. Juni 2013, 19:05
1. Wie man Angst durch Neurofeedback abbaut
Angststörungen oder Depressionen hängen mit einer Überreaktion der Amygdala zusammen, einer Hirnregion, die für die Regulation negativer Gefühle zuständig ist. Eine erfolgreiche Therapie dieser Störungen geht mit einer normalisierten Amygdala-Aktivität einher. Bei vielen Patienten mit affektiven Erkrankungen bessert sich der Zustand mit den derzeit verfügbaren Therapiemethoden aber nicht oder nicht ausreichend. Eine mögliche Hilfe für diese Menschen könnte das Echtzeit-Neurofeedback der Amygdala - Aktivität mit bildgebenden Verfahren sein. Eine Methode, mit der die bewusste Regulation der Hirnaktivität geübt werden kann. Bei gesunden Probanden funktioniert die Methode jedenfalls gut. Mit Annette Brühl, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich. Autorin: Maria Mayer.
2. Besser hören dank Klimawandel? - Klimaforscher weisen bei Fischen vergrößerte Ohrsteine nach
Dass die Erde derzeit dabei ist, sich zu erwärmen - das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Meeresbiologen konnten nun nachweisen, dass der Klimawandel auch unter Wasser stattfindet. Mehr Kohlendioxid nämlich sorgt nicht nur für einen Treibhauseffekt in der Atmosphäre. Das CO2 gelangt auch aus der Luft ins Wasser, und damit in die Körper der Lebensformen in den Ozeanen dieser Welt. Und das sind in erster Linie natürlich Fische. Die scheinen jedoch davon zu profitieren, denn - so kurios es klingt: - sie hören seit neuestem besser. Mit Ian Enochs, Institut für Meeres- und Atmosphärenforschung der amerikanischen Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung (NOAA), Miami; Robert Cowen, Rosenstiel Schule für Meeres- und Atmosphärenforschung der Universität von Miami. Autor: Guido Meyer.
3. Parallelgesellschaften als Folge prekärer Beschäftigung
Die Arbeitswelt verändert sich. Mit dem Schlagwort der "Prekarisierung" wird die Entwicklung beschrieben, die dazu führt, dass die Anzahl von Arbeitsplätzen mit zu geringer Einkommenssicherheit stetig wächst. Also Arbeitsplätze, mit denen die Betroffenen ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können. Niedriges Einkommen, Teilzeitbeschäftigung, befristete Verträge und mangelnde Arbeitsplatzsicherheit bestimmen heute für viele Menschen den Arbeitsalltag, vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund. Der Soziologe Manfred Krenn hat in einem Forschungsprojekt am FORBA - der "Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt" in Wien - untersucht, welche Rolle die Erwerbsarbeit für die soziale Teilhabe von Migranten und Migrantinnen in Österreich spielt. Demnach könnte der Arbeitsplatz ein wichtiger Ort der Integration sein, in der Realität ist er das jedoch nur selten. Mit Manfred Krenn, FORBA ("Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt"), Wien.
4. KZ-Archäologie - Forscherinnen der Universität Wien legen das lange Zeit verdrängte ehemalige KZ Loibl im Süden von Kärnten frei.
Die Geschichte der Nazi-KZs und Vernichtungslanger erforschen nicht nur Zeithistoriker, auch Archäologen sind daran beteiligt. Ihnen stehen neue Analysemethoden zur Verfügung, mit denen ganz genaue detaillierte Gelände-Pläne erstellt werden können. Das ermöglicht nicht nur einen näheren Einblick in den Alltag und die Überlebensumstände in den KZ, sondern die Ausgrabungen erlauben auch neue Erkenntnisse über den Terror und das Töten in den Lagern, die aus anderen Quellen nicht gezogen werden können. Jüngst hat ein Archäologinnen-Team der Universität Wien das Gelände des KZ Loibl Nord im Süden von Kärnten freigelegt, ein Außenlager des KZ Mauthausen. Mit Claudia Theune, Archäologin, Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien. Autorin: Tanja Malle.
