Gedanken für den Tag
von Franz Küberl. "Auf der Flucht" - Gedanken zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni. Gestaltung: Alexandra Mantler
21. Juni 2013, 06:56
Franz Küberl ist Präsident von Caritas Österreich:
Sie wissen oft nicht, ob sie in einigen Wochen noch da sein werden. Von den Behörden werden sie, möglichst fern von Stadtzentren, in einem Wartesaal des Lebens abgestellt. Dort sollen sie warten. Möglichst still und unauffällig. Einige von ihnen hatten es aber satt, unsichtbar zu sein und beschlossen in die Stadtzentren zu gehen, um für alle sichtbar und hörbar zu werden.
So geschah es vergangenes Jahr nicht nur in der Wiener Votivkirche, sondern auch in Berlin, Amsterdam, Den Haag, Lille und Budapest. Angesichts ihrer scheußlichen Situation forderten Asylsuchende unüberhörbar ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben ein. Und das hat uns alle irritiert, weil wir es nicht gewohnt sind, dass die, die um Asyl bitten, auch Forderungen stellen. Aber: sie dürfen.
Scheinbar neu war auch, insbesondere für Wien, dass die Menschen eine Kirche als Herberge wählten, und das in der Weihnachtszeit. Von hier aus formulierten sie ihre zentralen Anliegen: nach menschenwürdiger Unterbringung, fairen Asylverfahren, der Möglichkeit durch Arbeit selbst für ihren Unterhalt zu sorgen. Vor allem wollten sie mit ihrer Fluchtgeschichte gehört und in ihrer Menschenwürde respektiert werden.
Die Caritas Wien ist den Menschen in dieser Zeit beigestanden und tut es bis heute im Serviten Kloster, wo die Flüchtlinge zur Zeit untergebracht sind.
Aber die Asylwerber quer durch Europa knüpfen an eine uralte Tradition der Menschheit an. Das Heiligtumasyl des Altertums war bekanntlich an Tempel, sakrale Gegenstände oder tabuisierte Personen gebunden. Unterstützung und Schutz sind dann von den Christen übernommen worden. Im 4. Jahrhundert hat das Konzil von Serdica den Bischöfen den Auftrag gegeben, sich besonders für die Bedrängten einzusetzen. Der Einsatz der Christen knüpft an die Melodie des Matthäus Evangeliums an: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Ich bin überzeugt davon, dass christliche Nächstenliebe und Barmherzigkeit nicht an den Grenzen unseres Landes Halt machen dürfen. Wir müssen jenen, die bei uns Schutz suchen, zuhören, Respekt entgegenbringen und Gerechtigkeit einfordern.
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Sendereihe
Playlist
Komponist/Komponistin: Wolfgang Amadeus Mozart/1756 - 1791
Titel: Quartett für Flöte, Violine, Viola und Violoncello Nr.2 in G-Dur KV 285a
* Andante - 1.Satz (00:06:47)
Flötenquartett
Ausführende: The Nash Ensemble of London
Leitung: Amelia Freedman
Ausführender/Ausführende: Philippa Davies /Flöte
Ausführender/Ausführende: Marcia Crayford /Violine
Ausführender/Ausführende: Roger Chase /Viola
Ausführender/Ausführende: Christopher van Kampen /Violoncello
Länge: 02:00 min
Label: Virgin 259592 231
