Innovation.Leben

PROSA - das "Projekt Schule für Alle"
Junge Flüchtlinge können Pflichtschulabschluss machen - ein erster Schritt zu einem eigenständigen Leben
Gestaltung: Christian Brüser
Redaktion: Wolfgang Ritschl

Viele Jugendliche und junge Erwachsene, die in Österreich Asyl suchen oder gefunden haben, haben keine Möglichkeit, einen Pflichtschulabschluss zu machen. Dadurch bleiben ihnen viele berufliche Möglichkeiten versperrt.
Der Verein Prosa bereitet diese Menschen in drei Semestern auf den Pflichtschulabschluss vor.

Unterricht und Buddies in der Rahlgasse

Gemeinsam mit etwa 10 Mitstreitern hat der Deutsch-Trainer Sina Farahmandnia
das Projekt "Schule für alle" gegründet. Im Oktober 2012 startete die erste Unterrichts-Gruppe.
PROSA hat Unterrichtsräume in der AHS-Rahlgasse, 1060 Wien gemietet, hier findet von Montag bis Freitag jeden Nachmittag Unterricht statt. Das flexible Kurssystem orientiert sich am Pflichtschul-Lehrplan für Erwachsene des Unterrichtsministeriums und nimmt auf den jeweiligen Wissensstand Rücksicht. Deutsch, Englisch und Mathematik sind die Kernfächer. Aber die Schüler lernen auch Geschichte, politische Bildung, Geografie und Wirtschaftskunde. Hinzu kommen Fächer wie Natur und Technik oder Gesundheit und Soziales. Die Abschlussprüfung wird an einer regulären Mittelschule abgelegt. Von großer Bedeutung ist der Förderunterricht in Kleingruppen und das Buddy-Projekt. Da bieten Freiwillige Begleitung bei Freizeitaktivitäten wie Musik und Sport an. Sie unterstützen sie auch bei Behördengängen oder bei der Zimmersuche.

Spenden und Mitarbeiter willkommen

Die größte Schwierigkeit liegt in der Finanzierung. PROSA erhält keinerlei staatliche Unterstützung. Die meisten der ca. 60 Mitarbeiter sind ehrenamtlich für PROSA tätig. Die Deutschlehrerinnen werden bezahlt, um Kontinuität zu gewährleisten. Pro Monat benötigt PROSA ca. 5.000 Euro. 1.000 Euro sind durch fixe Zusagen gedeckt. Für den Rest ist der Verein auf Spenden angewiesen. Dafür nützt PROSA auch die online-Spendenplattform

Hoffnung, überflüssig zu werden

Jede Woche kommen etwa 10 weitere Jugendliche zu PROSA, die auch gerne am Unterricht teilnehmen würden. Die Nachfrage nach dem Angebot ist also sehr groß.
Die Mitarbeiter von PROSA hoffen, bald nicht mehr nötig zu sein. Ihrer Meinung nach sollte es Aufgabe des Staats sein, jungen Menschen, die in Österreich leben, die Möglichkeit zum Pflichtschulabschluss zu geben.

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