Innovation.Leben

Respekt.net - ein Internet-Marktplatz für zivilgesellschaftliches Engagement
Gestaltung: Christian Brüser
Redaktion: Wolfgang Ritschl

Ein Kreis von etwa 40 politisch interessierten Personen versammelte sich 2009 um den Unternehmensberater Martin Winkler. Sie wollten das zivilgesellschaftliche Engagement in Österreich fördern, um Problemen wie Politikverdrossenheit, unzureichende Bildung oder mangelnde Transparenz zu begegnen. Die respekt.net-Gründer stellten fest, dass es in Österreich sehr viele Menschen gibt, die sich mit guten Projekten für die Gesellschaft engagieren wollen und dass viele Menschen bereit sind, solche Projekte mit Geld, Zeit oder Expertenwissen zu unterstützen.

Was fehlte, war ein Marktplatz, wo sich diese Projekte präsentieren und um Unterstützung werben konnten. Also machten es sich die Gründer zur Aufgabe, diesen Marktplatz in Form der Internetplattform respekt.net zu schaffen und brachten dazu 350.000 Euro aus eigener Tasche auf.

Zeit, Geld und Expertise

Seit September 2010 können sich auf respekt.net Projekte präsentieren und um Zeit, Geld und Expertise werben. Der Präsentationszeitraum beträgt in der Regel drei Monate. In dieser Zeit muss die Projektsumme aufgebracht werden. Manchmal gelingt dies in wenigen Tagen, meistens dauert es länger. Wichtig ist, dass die Projekteinreicher ihre Netzwerke mobilisieren, um Investoren zu finden. Die Projektscouts von respekt.net unterstützen die Projekte bei dieser und anderen Aufgaben.

Die Finanzierung erfolgt nach dem Prinzip "alles oder nichts", das heißt, dass ein Projekt während des Präsentationszeitraums die vollständige Projektsumme zusammen bringen muss. Falls ein Projekt nicht ausfinanziert wird, werden die Investoren informiert. Sie können dann wählen, ob sie ihr Geld zurücküberwiesen haben wollen oder ob sie damit ein anderes Projekt unterstützen.

500.000 Euro an privaten Geldern aufgebracht

Von den bisher etwa 400 präsentierten Projekten konnten mehr als 130 ausfinanziert werden. Sie werden oder wurden bereits umgesetzt. Insgesamt haben die 5.000 registrierten Nutzer bereits mehr als 500.000 Euro aufgebracht. Etwa die Hälfte der Nutzer investiert mehrfach - und jeden Monat kommen an die 150 User neu hinzu.

Spenden sind ab 10 Euro möglich, im Durchschnitt werden 70 bis 100 Euro investiert, gelegentlich auch 1000 Euro oder mehr. Wer sich zivilgesellschaftlich engagieren will, aber kein Geld hat, findet auf der Plattform auch Projekte, die Helfer suchen.

Nutzungsgebühr finanziert respekt.net langfristig

Der laufende Betrieb der Plattform, die kontinuierlichen Verbesserungen der IT und die Projektscouts werden durch eine Nutzungsgebühr von 9% finanziert, die respekt.net von den Überweisungen einbehält.

Einmal im Jahr veranstaltet respekt.net einen realen Marktplatz - den Tag des Respekts. 2013 wird er am 20. September im MuseumsQuartier in Wien stattfinden. Dort können einander Projekt-Einreicher und Unterstützer dann direkt begegnen.

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