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BENISI - Ein europäisches Netzwerk fördert den länderübergreifenden Transfer von sozialen Innovationen
Gestaltung: Beate Firlinger
Redaktion: Wolfgang Ritschl

BENISI ist ein dreijähriges, von der Europäischen Union gefördertes Projekt des Hub-Netzwerks, das im Mai 2013 an den Start ging. Anliegen ist es, dass sozial innovative Ideen ihren Wirkungskreis über Ländergrenzen hinweg entfalten.

Gemeinsam die Welt verbessern

Hubs sind eine neuartige Mischung aus Gemeinschaftsbüro und Gründerzentrum, die alles bieten, was der moderne Mensch zum Arbeiten und Austauschen so braucht: ein angenehmes, offenes Ambiente, W-LAN, Workshopräume, Relax-Zonen, eine Küche und viel Raum für Kommunikation.

Der HUB Vienna verfügt über ein 400 Quadratmeter großes Loft im siebten Wiener Gemeindebezirk. Er öffnete 2010 seine Pforten und verzeichnet derzeit rund 300 Mitglieder. Unter ihnen Kreative, Forscher, Freiberufler und Jungunternehmer: Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, die gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten wollen und dazu neue Initiativen aus brüten.

Soziales Unternehmertum

Hubs vermieten nicht nur Working Space, sie vermitteln auch Kontakte und Know-how in Sachen soziales Unternehmertum und unterstützen Start-Ups bei der Investorensuche. Mittlerweile finden sich 38 Hubs auf allen fünf Kontinenten. Sie bieten ihren weltweit 6.000 Mitgliedern Zugang zu Infrastruktur, Communities und Programmen. Eine Bewegung, die nun in Europa noch mehr Schwung erhalten soll. Das setzt sich das EU-Projekt BENISI zum Ziel, dessen Name für "Building a European Network of Incubators for Social Innovation" steht.

In den letzten Jahren seien großartige Projekte in London, Berlin, Mailand, Brüssel oder Wien entstanden, die auf sozialunternehmerische Art und Weise gesellschaftliche Probleme lösen, berichtet Matthias Reisinger, Mitbetreiber des Hub Vienna. "Der spannende Moment für uns ist: Wie können wir etwas, das in Wien funktioniert, nach Hamburg bringen?" Im Projekt BENISI gehe es nun darum, eine Infrastruktur zu schaffen, die es Sozialunternehmern erleichtert, ihre Lösungen in anderen Ländern in Umlauf zu bringen.

Europaweiter Ideentransfer

Zusammen mit anderen Partnern sind vorerst sechs Gründerzentren daran beteiligt: die Hubs in Amsterdam, Bukarest, London Kings Cross, Mailand, Stockholm und Wien. Sie fungieren als regionale Inkubatoren und wollen gemeinsam "Social Entrepreneurs" zum europaweiten Ideentransfer ermutigen. Schlussendlich sollen 300 soziale Innovationen innerhalb von Europa in andere Länder gebracht worden sein, nennt Matthias Reisinger das konkrete Projektziel.

Als Beispiel führt der Geschäftsführer des Hub Vienna etwa ein Projekt in Prag an, das Obdachlose als Stadtführer beschäftigt. "Ein schönes Modell, das die Kapazitäten dieser Menschen nutzt und deren Würde aufgreift. Das kann genauso gut in Wien umgesetzt werden", ist Mattias Reisinger überzeugt. "Unsere Aufgabe liegt jetzt darin, eine wirklich gute Plattform zu kreieren, dass diese tolle Idee anderswo weiter wachsen kann. Weil sie dadurch mehr Menschen zugänglich gemacht wird als nur in Prag."

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