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Ideenkanal - ein ganzheitliches Fördermodell zur Umsetzung zukunftsfähiger Ideen
Gesltaltung: Wolfgang Ritschl
Redaktion: Wolfgang Ritschl

Am 5. Juli 2013 wurden im Rahmen des Feldkircher Poolbarfestivals 20 gemeinwohlorientierte Ideen präsentiert. 200 Personen im Publikum und eine Jury aus Mentoren und Mentorinnen wählten schlussendlich fünf Ideen aus, die weiter verfolgt werden sollen. Schon am nächsten Tag trafen die preisgekrönten Ideengeber in der Fachhochschule Feldkirch mit ihren Mentoren zusammen, um möglichst rasch die Ideen zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen auch umzusetzen.
Auf maximal 300 Zeichen durfte die Idee im Vorfeld auf einer Online-Plattform präsentiert werden. Denn der Ideenkanal versteht sich weniger als Businessplanwettbewerb, sondern mehr als Bürgeraktivierungsprozess. Um mitzumachen braucht man nicht mehr als eine vage Idee. Denn eine gute Idee, so Ideenkanal-Mitbegründer Christoph Brockhoff, passt auf einen Bierdeckel.

Förderung von Eigenengagement

Der Ideenkanal hat heuer bereits zum vierten Mal stattgefunden. Seinen Anfang nahm er 2010 in Liechtenstein, wo Stefan Schwaiger und Christoph Brockhoff dieses Fördermodell für Ideen entwickelten. Nach Liechtenstein gab es einen Ideenkanal in Vorarlberg, Tirol und heuer wieder in Vorarlberg. Die Ideengeber müssen in der Region wohnen, in der der Wettbewerb durchgeführt wird. Dieses Konzept, so Stefan Schwaiger, habe sich bewährt.

Allzu viel Preisgeld gibt es für die Ideenkanal-Gewinner nicht, gerade einmal 1.000 Euro. Gefördert werden soll das Eigenengagement. Der eigentliche Gewinn sind demnach die Kontakte. Die ausgewählten Ideengeber werden in der Folge nämlich von Mentoren betreut, die ebenfalls aus der Region stammen. Diese sind Kreative, Unternehmer oder Mitarbeiter großer Unternehmen. Abseits prämierter Projekte kam es auch so zur so manchem Auftrag für die Ideengeber.

Only working hands are happy hands

Beim Vorarlberger Ideenkanal 2013 haben sich Publikum und MentorInnen-Jury für ein Zirkusfestival, eine nachbarschaftliche Gemeinschaftsbox, ein Sicherheitstool für Radfahrer, ein Senioren-Jugendprojekt und für das von Sarah Kucica eingereichte Projekt "Nadelfina am Strassenrand" entschieden. Die gelernte Modedesignerin Sarah Kucica möchte beispielsweise zu fixen Zeiten auf den Hauptplätzen von Bezirksstädten mit ihrer Nähmaschine Station machen, um Kleidungsstücke zu reparieren - und so den Nachhaltigkeitsgedanken stärken. Ihr Mentor, der aus dem Bregenzer Wald stammende Handwerker und Universitätslektor Markus Faisst, half ihr beim Schärfen der Idee. "Only working hands are happy hands" lautet nun ihr Slogan.

Think-and Do-Tank

Der Ideenkanal soll in Form eines Franchise-Systems auch in weiteren Regionen zum Einsatz kommen. Und das Ideenkanal-Netzwerk soll unter Einbindung begeisterter Mentoren und Mentorinnen zu einem qualitätsvollen "Think-and Do-Tank" zur Förderung grenzverbindender Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter entwickelt werden. Und zwar auf dem ersten überregionalen Ideenfest vom 11. bis zum 13. September 2013 im Fürstentum Liechtenstein. Christoph Brockhoff und Stefan Schwaiger wollen weg vom Wettbewerbsgedanken und den Ideenkanal stärker zu einem Instrument der Kooperation machen, eventuell auch mit Crowdfunding.

Sendereihe

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DI | 13 August 2013