Innovation.Leben

Das Festival "Let´s CEE" gibt osteuropäischen Filmen eine Bühne
Gestaltung: Anna Masoner
Redaktion: Wolfgang Ritschl

Beim illegalen Schnaps-Brennen setzt die alleinlebende Ukrainerin Ruslana ihre Münchner Wohnung unter Wasser und bekommt unerwartet Hilfe von Vladan, einem ehemaligen Boxer aus Serbien. Eine Episode aus dem Spielfilm "Eastalgia" der jungen ukrainischen Filmemacherin Daria Onyshchenko. Die deutsch-ukrainisch-serbische Koproduktion wird Mitte September in Wien das Festival "Let´s CEE" eröffnen.

Osteuropas blühende Filmszene

Ins Leben gerufen wurde das Festival für Filme aus Central Eastern Europe (CEE) von der gebürtigen Polin Magdalena Zelasko. Seit 15 Jahren lebt die Journalistin und Universitätslektorin für Film in Wien. In österreichischen Kinos vermisste sie Filme aus ihrer Heimat. Ebenso erging es ihr mit Filmen aus anderen zentral- und osteuropäischen Ländern. "Osteuropa hat eine blühende Filmszene. Nur in Österreich bekommt man davon nicht viel mit." Vor zwei Jahren beschloss sie daher, die Filme und ihre Macher auf eigene Faust nach Wien zu holen.

2012 fand das Festival zum ersten Mal statt. Heuer werden vom 13. bis zum 21. September mehr als 50 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zu sehen sein. Zahlreiche Lesungen, Konzerte und Ausstellungen ergänzen das Programm.

Vernetzung, Vernetzung, Vernetzung

Wien sei für so eine Art von Festival, das den Dialog zwischen Ost und West in den Mittelpunkt stellt, prädestiniert, meint Wolfgang Schwelle. "Jeder zweite Einwohner in Wien hat mittlerweile einen sogenannten Migrationshintergrund. Die größte Gruppe sind zwar die Deutschen, aber gleich danach kommen Türken und Menschen aus Serbien und Kroatien". Der ehemalige Journalist und Kommunikationsberater steht Magdalena Zelasko bei der Organisation des Festivals zur Seite.

Neben den verschiedensprachigen Communities wollen die Festivalgründer auch die österreichische und die osteuropäische Filmbranche besser miteinander vernetzen, sagt Magadalena Zelasko.

"In Deutschland gibt es schon seit längerem erfolgreiche Koproduktionen mit osteuropäischen Ländern. Wenn wir als Festival etwas dazu beitragen könnten, dass die österreichische Filmbranche aufspringt, wären wir sehr glücklich."

Glücklich wären die Festivalinitiatoren auch, wenn die öffentliche Hand "Let´s CEE" unterstützen würde. Bis dato finanziert sich das Festival nur durch Eintrittsgelder, Sponsoren und die Selbstausbeutung der mehr als zwanzig Mitarbeiter, die ehrenamtlich arbeiten, so auch Wolfgang Schwelle und

Cineasten und Festivalneulinge

Vergangenes Jahr waren etliche der Vorstellungen ausverkauft. Filmliebhaber und Festivalgeher kommen ebenso auf ihre Kosten wie Schülerinnen und Schüler, die zum ersten Mal Festivalluft schnuppern und anwesenden Regisseuren Fragen stellen können. Und viele, so Magdalena ?elasko, freuen sich, einfach wieder einmal einen Film in ihrer Muttersprache im Kino anschauen zu können.

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