Hörspiel-Studio

"Landschaft mit Verstoßung".
Von Bodo Hell, am Leitfaden von Friederike Mayröcker. Mit psychoakustischen Naturtönen von Martin Leitner (ORF 2013).

Sie pflegen eine intensiv literarische wie auch eine seit Jahrzehnten währende persönliche Beziehung. Bodo Hell, dieses Jahr junge 70 geworden und Friederike Mayröcker, die am 20. Dezember ihren 89. Geburtstag feiert. Was also liegt näher, als dass er sich mit ihr künstlerisch auseinandersetzt? Ausgangspunkt für Bodo Hells eigenwilliges, neues Hörspiel ist ein kleiner Text von Friederike Mayröcker, "Landschaft mit Verstoßung". Ein Text, in dem die große alte Dame der österreichischen Literatur von Verlusten erzählt. Von Landschaften, die sie verstoßen, von Worten, die sich in Träumen bilden und nicht in den Zustand des Wachseins hinübergerettet werden wollen. Alle "Wortträume", schreibt Mayröcker, "verließen mich, sobald ich die Augen aufgeschlagen hatte".

Der vielseitige Künstler und nebenberufliche Almhirte Bodo Hell hat nun Friederike Mayröcker ins Studio gebeten und umspielt, girlandengleich, mit seinem Text und seiner Stimme den vorgegebenen "Leitfaden" der Dichterin. "Meine Lebensgebundenheit", sagt sie gegen Ende, hebt sich auf, wenn ich in meinen Lieblingsbüchern lese, sodass ich dazwischen leicht (unbemerkt) sterben kann, die Hölle ist nur ein Abzeichen."

"Wer", sagt er, "hat uns das angetan, das Vieh wieder heraufzutreiben, (...) welches hoffentlich am nächsten Morgen auf seine angestammten Talweiden verschwunden ist und sich dort mit seinen Realvorbildern wiedervereinigt hat."

Sendereihe